Francisco Coloane, 1910 als Sohn eines Walfänger-Kapitäns auf der Insel Chiloé geboren, wuchs unter Seeleuten, Fischern, Walfängern, Robbenjägern, Tauchern und Schatzsuchern auf. Als Kind schon hörte er die Geschichten der Tehuelche-Indianer, der Yaghans, der Onas und Alakalufs.
Er fuhr auf einem Walfänger zur See, was ihn zum überzeugten Gegner des Walfangs machte. Danach war er Verwalter auf einer großen Schaffarm, Matrose, Mastwächter auf einem Schulschiff der chilenischen Marine, Forscher in der Antarktis; er leitete Erdölbohrexpeditionen, befuhr alle Weltmeere und zeichnete Seekarten der Meeresstraßen rund um Kap Hoorn.
1940 veröffentlichte er sein erstes Buch, den Roman
»El Ultimo Grumete de La Baquedano« (Der letzte Schiffsjunge der Baquedano), 1941 eine Sammlung von Erzählungen mit dem Titel
»Cabo de Hornos« (Kap Hoorn). Als 1956 der Erzählband
»Tierra del Fuego« (Feuerland) erschien, war Coloane bereits einer der bekanntesten Schriftsteller Lateinamerikas. In den folgenden Jahrzehnten publizierte Coloane die Romane
»El Camino de la Balena« (1962)und
»Rastros del Guanaco Blanco« (1979) sowie die beiden Anthologien
»El tempano de Kanasaka« (1968) und
»El Chilote y Otros Relatos«(1971). In den letzten Jahren ist Coloane mit Reiseberichten und Reportagen an die Öffentlichkeit getreten.
1964 wurde er mit dem »Premio Nacional de Literatura«, dem großen Literaturpreis Chiles, ausgezeichnet. Bis heute haben seine Bücher allein in Lateinamerika eine Gesamtauflage von mehr als zweieinhalb Millionen Exemplaren erreicht.
Coloane starb am 5. September 2002 in Santiago de Chile.
In deutscher Sprache sind bislang beim
Unionsverlag Zürich drei Bücher erschienen:
"Der letzte Schiffsjunge der Baquedo",
"Feuerland" und
"Kap Hoorn".
Vielleicht erbarmt sich ja der Unionsverlag den deutschsprachigen Freunden von Francisco Coloane und bringt auch die restlichen Werke des Autors heraus.