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Assia Djebar
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Assia Djebar
(1936 - )

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Biographie

   Assia Djebar (eigentlicher Name: Fatima-Zohra Imalayène) wurde 1936 in Cherchell, einer kleinen Küstenstadt bei Algier, geboren. Sie besuchte die Koranschule und die französische Grundschule, an der ihr Vater Französisch unterrichtete. Als erste Algerierin wurde sie an der Ecole Normale Supérieure in Paris zugelassen. 1956, in den ersten Jahren des algerischen Unabhängigkeitskampfes, nahm sie am Streik der algerischen Studenten teil. 1958 heiratete sie Ahmed Ould-RouÎs, ein Mitglied der Widerstandsbewegung. Diese Ehe wurde 1975 geschieden. 1980 heiratete sie den Dichter Malek Alloula.

   Ihr Debüt als Romanschriftstellerin war der Roman "La Soif" (1957, deutsch "Die Zweifelnde", 1993), den sie innerhalb von zwei Monaten während der Studentenunruhen 1956 geschrieben hatte. "Les Impatients" (1958, deutsch "Die Ungeduldigen", 1959) spielt vor dem Unabhängigkeitskampf und handelt von einer jungen Frau, die sich in ihrer Familie gefangen fühlt. "Les Enfants du nouveau monde" (1962) erzählt von algerischen Frauen, die eigene Forderungen entwickeln; die Heldin nimmt an kollektiven Aktionen zum politischen Wechsel teil. Die Themen Liebe und Krieg, Vergangenheit und Gegenwart werden auch in den nächsten Romanen weitergeführt. Während des Befreiungskampfes arbeitete Assia Djebar als Journalistin und engagierte sich als Assistentin an der Universität von Rabat in zahlreichen algerischen kulturellen Initiativen.

   Anfang der 70er Jahre begann Assia Djebar klassisches Arabisch zu studieren, um ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. In ihren späteren Romanen bereicherte sie denn auch die französische Sprache durch Klänge und Rhythmen des Arabischen. Ihr langes literarisches Schweigen in den 70er Jahren hing einerseits damit zusammen, daß sie feststellen mußte, daß sie nie eine Schriftstellerin arabischer Sprache sein würde, andererseits lag es an ihrem Interesse für andere künstlerische Ausdrucksformen. Sie arbeitete an vielen Theater- und Filmproduktionen mit. Nach der zehnjährigen Phase des Schweigens erschienen seit 1980, beginnend mit dem Titel "Die Frauen von Algier" (deutsch 1994) Bücher, in denen Assia Djebar einerseits mit neuen Stilmitteln experimentiert, andererseits den Maghreb in seinen Facetten in Geschichte und Gegenwart einfängt.

   Assia Djebar unterrichtete über viele Jahre Geschichte an der Universität von Algier. Seit 1997 ist sie Professorin am Zentrum für französische und frankophone Studien der Louisiana State University. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie wurde mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet und ist seit 1999 Mitglied der Königlichen Belgischen Akademie für französische Sprache und Literatur.

   Am 12. Mai 2000 wählte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die algerische Schriftstellerin Assia Djebar zur Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. In der Begründung der Entscheidung hieß es: "Der Buchhandel ehrt die algerische Schriftstellerin Assia Djebar, die dem Maghreb in der zeitgenössischen europäischen Literatur eine eindringliche Stimme gegeben hat. Sie hat mit ihrem Werk ein Zeichen der Hoffnung gesetzt für die demokratische Erneuerung Algeriens, für den inneren Frieden in ihrer Heimat und für die Verständigung zwischen den Kulturen. Den vielfältigen Wurzeln ihrer Kultur verpflichtet, hat Assia Djebar einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Selbstbewußtsein der Frauen in der arabischen Welt geleistet."

Quelle: www.unionsverlag.ch
Unionsverlag Zürich

Weitere Informationen zum Leben von Assia Djebar und ihren Werken finden Sie im Internet unter der Seite http://www.unionsverlag.ch.

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