Biographie
Nawal el Saadawi, ägyptische Schriftstellerin und Feministin, wurde 1932 in Kafir Thala, einem Dorf im Nildelta, geboren. Ihr Vater, ein Beamter im ägyltischen Erziehungsministerium, ermöglichte ihr und ihren acht Geschwistern den Besuch einer Universität. 1955 schloß sie ihr Medizinstudium an der Universität in Kairo ab und arbeitete anschließend auf dem Land und in der Stadt als Allgemeinmedizinerin und in der Psychiatrie. Damals machte sie zum ersten Mal auf sich aufmerksam, da sie sich zur Prostitution und der sexuellen Ausbeutung in der arabischen Welt äußerte. Sie griff Themen auf, die in der arabischen Welt tabuisiert waren und nicht öffentlich diskutiert wurden, wie beispielsweise die weibliche Beschneidung, deren Qualen sie selbst im Alter von 6 Jahren erleiden mußte.
Wegen ihrer gewagten Veröffentlichungen verlor sie 1972 ihren Posten in der Gesundheitsbehörde. Während der Regierungszeit Sadats mußte sie 1981 wegen ihrer offenen politischen Meinungsäußerungen sogar ins Gefängnis.
Seit 1992 steht Nawal el Saadawi auf der Todesliste religiöser Extremisten, da sie offen gegen die fundamentalistische Bewegung und die ihrer Meinungen nach damit einhergehende Unterdrückung der Frau wendet.
Im Juni 2001 begann vor einem Kairoer Gericht der Prozeß gegen Saadawi wegen Apostesie (Abfall vom Glauben). Sie soll in einem Interview mit einer ägyptischen Wochenzeitung u.a. die Pilgerfahrt nach Mekka als ein "Überbleibsel heidnischer Traditionen" bezeichnet haben. Was folgte, war die prompte Anzeige des konservativen ägyptischen Rechtsanwaltes Nabil-el-Wahsch, den die Autorin als "geistig gestört" charakterisierte. Der Fall ist vorerst vertagt worden.
Kenner des Landes fanden die Eröffnung des Gerichtsverfahrens "beklagenswert". Denn "ein Verfahren wegen Apostasie werden Islamfanatiker als Lizenz zum Töten interpretieren und womöglich handeln".
Hinweis zum Geburtsjahr: Bei meinen Recherchen konnte ich drei verschiedene Jahresangaben finden: 1931, 1932 und 1933.
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