Vorwort von Judith Hermann: On Carver. Ein Versuch
Erzählungen
- Federn
(Feathers)
- Chefs Haus
(Chef’s House)
- Konservierung
(Preservation)
- Das Abteil
(The Compartment)
- Eine kleine, gute Sache
(A Small, Good Thing)
- Vitamine
(Vitamins)
- Vorsichtig
(Careful)
- Von wo ich anrufe
(Where I’m Calling From)
- Der Zug
(The Train)
- Fieber
(Fever)
- Das Zaumzeug
(The Bridle)
- Kathedrale
(Cathedral)
Ein Blinder und ein Sehender sitzen vor dem Fernseher und zeichnen gemeinsam, mit übereinandergelegten Händen, eine Kathedrale. Am Ende haben beide eine deutlichere Vorstellung davon, was eine Kathedrale ausmacht, als die gleichzeitig vor ihren Augen - respektive Ohren - ausgestrahlte kunstgeschichtliche Reportage ihnen jemals vermitteln könnte ...
Das Personal der zwölf Geschichten, die Raymond Carver 1983 in seinem dritten Erzählungsband
Kathedrale vereinigte, ist dasselbe wie in allen zuvor veröffentlichten: Paare, die sich nichts mehr zu sagen haben, Arbeitslose, Alkoholiker. Doch die Perspektive, die der Erzähler zu ihnen einnimmt, hat sich auf signifikante Weise verändert. Um nichts weniger Anteil nehmend an ihrem Elend, gelingt es ihm jetzt, sich so weit davon zu lösen, daß er imstande scheint, Auswege anzudeuten, Fluchtmöglichkeiten zumindest ahnen zu lassen.
Zwölf Erzählungen wie aus einem Guß, Carvers eigener Aussage zufolge niedergeschrieben während achtzehn Monaten hochkonzentrierter Arbeit. Die erstaunte Kritik stellte gleich nach dem Erscheinen begeistert fest, daß Carver sich damit zu einer Reife und Abgeklärtheit vorgearbeitet hatte, für die "klassisch" der einzig angemessene Ausdruck ist.
Deutsche Neuübersetzung, wiederum durch Helmut Frielinghaus. Mit einem Vorwort von Judith Hermann. Dies ist der dritte Band der Berliner Ausgabe von Raymond Carvers Erzählungen.
(Klappentext)