Biographie
Yasunari Kawabata wurde am 11. Juni 1899 als Sohn eines Arztes in Osaka geboren. 1917–1927 studierte er in Tokio Anglistik und japanische Literatur. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen schildern häufig autobiographisch Begründetes. 1968 erhielt er den Nobelpreis für Literatur (für seine erzählerische Meisterschaft, welche mit großer Sensibilität das Wesen des japanischen Geistes beschreibt). Kawabata starb am 16. April 1972 in Zushi bei Yokohama durch Selbsttötung.
Sonstiges
Was mir in Kawabatas Romanen besonders aufgefallen ist, sind die Farben. Immer wieder werden Farben erwähnt. Sei es die Beschreibung eines wolkenverhangenen Himmels, seien es die Blüten eines Kirschbaums oder sei es das Weiß eines Kimonos. Es ist keine Buntheit, es sind keine grellen Kleckse, nein, in seinen Romanen herrscht eine wundervolle, farbliche Harmonie . Sind es die japanische Tradition und Kultur, ist es der naturverbundene Buddhismus? Was auch immer, es sind die Farben, die die Romane so angenehm lesbar machen, die die Probleme und Tragödien nie verniedlichen, sondern sie in ein menschliches, humanes Licht stellen.
Mich stört in der deutschen Übersetzung der Ausdruck "Selbstmord". Was steht hierfür im japanischen Original? Seppuku vermutlich nicht, da dies die ehrenvolle Selbstentleibung mit dem Kurzschwert beschreibt. Aber "...mord"? Dieser Begriff ist doch negativ und hat einen schalen Beigeschmack. Wenn aber eine Gesellschaft die Selbsttötung toleriert und ihr sogar Verständnis entgegenbringt, kann man doch wohl nicht von "Selbstmord" sprechen, sondern allenfalls von Selbsttötung!
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