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SCRIPTORIA Literatur

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Solaris


Stanislaw Lem

 
 Solaris

Deutsche Taschenbuch Verlag, München, 2000
ISBN 3-423-10177-6
EUR 8,50, ca. 236 S.
  - Preisangabe ohne Gewähr -
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Inhalt

   Wie wäre Ihnen wohl zumute, wenn es Ihnen erginge wie dem Solaris-Forscher Kevin, der eines schönen Morgens erwacht und seine vor Jahren gestorbene Geliebte neben seinem Bett sitzen sieht? Aufgetaucht aus dem Nichts. Ihn jedenfalls packt das Grauen. Ein Alptraum? Eine Halluzination? Nein. Dieses Wesen existiert eindeutig und unwiderlegbar auch außerhalb seiner Phantasie.

   Doch damit nicht genug. Er muß feststellen, daß auch die anderen Wissenschaftler auf dem Planeten «Solaris» von ähnlichen Besuchern beehrt werden. Gemeinsam versucht man, sich dieser unheimlichen Gäste zu entledigen. Vergeblich. Beharrlich tauchen diese Gestalt gewordenen Erinnerungen immer wieder auf. Und nur unter abenteuerlichen Anstrengungen gelingt es, dieses unheimlich rätselhafte Phänomen zu entschlüsseln.

   Was an der Solaris ist so besonders? Scheinbar nichts. Nur ein ganz gewöhnlicher Planet, ein einziges Meer gallertartiger Substanz. Doch dieses gigantische Meer, dieses belebte Plasma beweist bei genauerer Betrachtung intelligentes Handeln. Es vermag auf rätselhafte Weise menschliche Gedanken und Erinnerungen zu materialisieren. Und das stellt den Menschen vor eine unfaßbare Situation: Er, der selbstherrlich auszog, das All zu erforschen, sieht sich plötzlich einer unheimlichen Größe gegenüber, die nun ihrerseits an ihm Experimente vollzieht und ihn einer psychischen Vivisektion unterwirft. (Klappentext einer Ausgabe von 1972)


   Was Lem mit Solaris schildert, ist doch genau das, was uns Menschen erwartet, sollten wir jemals auf anderes, nichtirdisches Leben stoßen. Es wird fremd sein, so fremd, daß wir es vielleicht nicht einmal erkennen werden. Unsere Interpretationen seiner Aktionen und Reaktionen werden für lange Zeit falsch sein und zu Mißverständnissen führen. Mögliche Grundlagen einer Verständigung mögen die Naturgesetze sein, obwohl wir auch hier vorsichtig sein sollten: müssen sie wirklich überall so gelten, wie wir sie kennen? Was auf jeden Fall vonnöten sein dürfte, ist Geduld und Zeit. Wer sie nicht aufbringt, wird zwangsläufig scheitern. Selbst viele Generationen könnten für eine Verständigung zu wenig sein.

   Umgekehrt wird es sicher genauso sein. So wie wir fremdes Leben wahrscheinlich nicht erkennen, so wird das Fremde uns nicht erkennen.

   Es ist wohl einfacher, etwas nicht zu verstehen, was Millionen oder Milliarden Lichtjahre von uns entfernt ist als etwas nicht zu begreifen, was vor unserer Haustür liegt und uns jeden Tag begegnet.

   Einige Zitate aus Solaris:
  • Ob sie wollen oder nicht, mußten die Menschen jetzt eine Nachbarschaft zur Kenntnis nehmen, eine, die ihnen bei ihrer Expansion auf dem Weg lag, wenn auch hinter Billionen Kilometer luftleeren Raums, ganze Lichtjahre weit abgelegen, eine Nachbarschaft, die schwerer zu fassen war als das übrige Weltall.
  • Die bloße Existenz des denkenden Kolosses wird die Menschen nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Selbst wenn sie Galaxien durchmessen, selbst wenn sie sich mit anderen Zivilisationen uns ähnlicher Wesen verbinden, bleibt doch die Solaris eine ewige Herausforderung an den Menschen.
  • Aber fortzugehen, daß hieße, diese vielleicht winzige, vielleicht nur in der Vorstellung existierende Chance auszutilgen, die in der Zukunft verborgen war.


  • Und der letzte Satz des Romans:
  • Ich wußte nichts, und so verharrte ich im unerschütterlichen Glauben, die Zeit der grausamen Wunder sei noch nicht um.
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