In einem hochvergnüglichen wie grundgelehrten Streifzug durch die Jahrhunderte hat der Niederländer Matthijs von Boxsel in seiner Enzyklopädie alles Erdenkliche über das urmenschliche Phänomen der Dummheit zusammengetragen: von den sagenhaften Schafsköpfen wie König Midas und dem Zyklopen über die begnadete Gemeinde, die einen Kirchturm erbauen ließ, aber vergaß, ihn mit einer Treppe auszustatten, über den britischen »Schusselklub«, der nur komplett unbegabte Mitglieder aufnahm und an einer Dummheit seines Vorsitzenden zugrunde ging, bis hin zu patzenden Comicfiguren.
Van Boxsel durchforstet mit eigenwilliger Konsequenz eine wahrhafte Terra incognita. Dabei begnügt er sich nicht damit, den ganz alltäglichen Irrsinn zu entlarven, der sich hinter dem vielgerühmten gesunden Menschenverstand oder gar im Gewand von Wissenschaft und Gelehrsamkeit verbirgt – er zeigt auch, wie der Fortschritt von Fehlgriffen und Mißgeschicken profitiert und wie sehr unsere Gesellschaft auf die Ignoranz und Gutgläubigkeit ihrer Bürger angewiesen ist. Für van Boxsel ist unsere ganze Kultur letztlich das Produkt von vergeblichen Versuchen, die Dummheit in den Griff zu bekommen. Seine Enzyklopädie ist ein Meilenstein der Vernunftkritik, eine überaus geistreiche Verwandte der Dialektik der Aufklärung.
(Klappentext)
Kurzbiographie
Matthijs van Broxsel, Jahrgang 1957, begann bereits vor zwanzig Jahren seine Untersuchungen zur Natur der Dummheit, deren Resultate er in der
Enzyklopädie der Dummheit vorstellt. Er übersetzte Robert Musils
Über die Dummheit is Niederländische und verdiente sich lange Zeit seinen Lebesnunterhalt mit Vorträgen zum Thema. Zur Zeit bereitet der Autor die Veröffentlichung einer
Topographie der Dummheit vor, die sich all den Orten, Städten und Landstrichen widmet, die als sprichwörtlich dumm gelten. Matthjis van Boxsel lebt in Amsterdam.