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Aids-Impfung zwischen
Fortschritt und Ernüchterung

Impfstoff verhindert tödliche Vermehrung von Viren
Mutation hebelt Schutzwirkung aus


London (pte, 17. Januar 02/11:19)

Ein neuer AIDS-Impfstoff könnte der vielversprechendste sein. Das behauptet ein US-Forschungsteam verschiedener Labors, das die Impf-Variante bei Rhesus-Affen untersuchte. Der Impfstoff, der speziell für HIV und SIV, das Affen infiziert, entwickelt wurde, verhinderte die tödliche Vermehrung der Viren. Eine einzige Mutation des Virus allerdings hebelt den Impfschutz wieder aus. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature http://www.nature.com publiziert. Ob der Impfstoff bei Menschen ebenso wirksam ist wie bei Affen, liegt noch im Dunkeln.

"Die geimpften Affen überlebten die letale Infektion mit SHIV. Das Immunsystem hielt die Virenzahl unter der Detektionsgrenze", sagte Emilio Emini von den Merck Research Laboratories in West Point, Pennsylvania http://www.merck.com/mrl/home.html , optimistisch. Die Forschergruppe um Dan Barouch von der Harvard Medical School in Boston http://www.hms.harvard.edu deutet die Ergebnisse weniger positiv: "Ein geimpfter Affe starb ein Jahr nach anfänglichem Impfschutz an AIDS-ähnlichen Symptomen." Ursache war eine Punkt-Mutation im Genom des Virus.

Die Impfung basiert auf dem Prinzip, die zelluläre Impfantwort zu stimulieren. Dabei wird das Virus mit einem bestimmten Gen geimpft. Während bei der älteren Methode DNA mit dem Gen für das Viren-Protein Gag in einem Plasmid injiziert wurde, verwendet das Team aktuell einen Adeno-Virus als Überträger.

Ebenso wie jene Impfung, die bereits im Fachblatt Science http://www.sciencemag.org im Oktober 2000 als gut funktionierend beschrieben wurde, "stellt sich aber auch bei der neu präsentierten Impfung die gesamte Impfstrategie in Frage", so Jeffrey Lifson von National Cancer Institute in Frederick, Maryland, in einem Kommentar. Theoretisch könnte eine derartige Impfung den Beginn der Aids-Erkrankung verzögern und das Risiko der HIV-Verbreitung herabsetzten. Um in der Praxis bestehen zu können, müßten Impfungen aber dauerhafte und breitgefächerte Immunantworten auslösen. Beide Arme des Immunsystems, sowohl Zellen als auch Antikörper, hätten aktiviert zu werden. Derzeit setze man nur auf die Stimulierung der zellulären Immunantwort, da sich die Entwicklung von Impfstoffen zur Stimulierung einer wirksamen Antikörperproduktion als schwierig herausgestellt hat.

(Quelle: pte020117015 - pressetext.austria)

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