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Alterskluft fördert
Aids-Epidemie

17 Prozent der 19-jährigen Frauen
im ländlichen Simbabwe
HIV-positiv


London (pte, 31. Mai 02)

Eine sexuelle Beziehung zu älteren Männern steigert für weibliche Teenager in Afrika das HIV-Infektionsrisiko. In Ländern südlich der Sahara, so das Ergebnis einer Studie von Forschern des Imperial College in London, heiraten junge Frauen häufig fünf bis zehn Jahre ältere Männer aufgrund ihres höheren sozialen Status. Da ältere Männer zumeist schon mehrere Beziehungen geführt haben, ist laut Simon Gregson vom Imperial College die Wahrscheinlichkeit, HIV-positiv zu sein, höher.

"Rund 50 Prozent der untersuchten Männer zwischen 30 und 34 Jahren waren HIV-positiv, im Vergleich zu drei Prozent der 19-jährigen", so Gregson. Bei den 19-jährigen Frauen lag die Infektionsrate bei 17 Prozent. Die Ergebnisse legen nahe, daß junge Frauen vor einer sexuellen Beziehung zu älteren Männern gewarnt und ältere Männer wiederum über die Tatsache, daß sich HIV bei jungen Frauen ausbreitet, informiert werden sollen, ergänzte Gregson in einem Bericht des Fachmagazins Nature http://www.nature.com/nsu/020527/020527-11.html . Dies, so weiß der Forscher, ist aufgrund der zugrunde liegenden sozialen Strukturen, einfacher gesagt als getan.

Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit rund 4.500 Männern und Frauen aller Altersgruppen in ländlichen Gebieten Simbabwes. Der beobachtete Trend gilt vermutlich für ganz Afrika südlich der Sahara, da nur so die Beobachtungen erklärt werden könnten, argumentiert Michel Carael, Leiter der Aids-Prävention von UNAIDS in Genf. Es liege auch der Verdacht nahe, daß sich biologisch bedingt Frauen schneller mit dem HI-Virus infizieren als Männer.

In Afrika südlich der Sahara infizieren sich Frauen in früheren Jahren mit HIV als Männer und sterben auch früher an Aids. Auch die Infektionsrate ist bei Frauen höher. Rund 28 Prozent aller Frauen in ländlichen Gebieten Simbabwes sind HIV-positiv, dem stehen 20 Prozent der männlichen Vergleichsgruppe gegenüber. Schon seit einiger Zeit vermuten Forscher, daß sexuelle Beziehungen zwischen verschiedenen Altersgruppen dabei eine wesentliche Rolle spielen. Erstmals konnte diese These auch durch "evidence-based"-Daten gestützt werden, erklärte Carael.

(Quelle: pte020531014 - pressetext.austria)

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