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Typ-2-Diabetes betrifft
immer mehr Jüngere

Gestörte Glukosetoleranz
durch falsche Ernährung über Jahre hinweg


Lissabon (10.05.2002)

Immer mehr jüngere Menschen haben eine gestörte Glukosetoleranz und erkranken immer früher an Typ-2-Diabetes. Der Grund ist wohl ihre jahrelange ungesunde Lebensweise.

Bisher galt: Aus einer gestörten Glukosetoleranz entwickelt sich innerhalb von zehn Jahren bei etwa einem Drittel der Patienten ein manifester Diabetes, bei einem Drittel bleiben die Blutzuckerspiegel unverändert hoch und bei einem weiteren Drittel normalisieren sie sich.

Seit einigen Jahren erkranken aber immer mehr Patienten immer früher an Typ-2-Diabetes, wie Professor Markolf Hanefeld von der Universität Dresden in Lissabon gesagt hat. Außerdem werden die Patienten mit gestörter Glukosetoleranz immer jünger. Das hänge offenbar damit zusammen, daß viele dieser Patienten sich über Jahre falsch ernährt haben. Selbst die Diagnose "gestörte Glukosetoleranz" veranlasse die wenigsten dazu, ihren Lebensstil zu ändern, so Hanefeld auf einer Veranstaltung des Unternehmens Bayer. Dabei belegten viele Studien, daß hoher Blutzucker nach dem Essen ein Risikofaktor für erhöhte Mortalität sei.

In der Diabetes Intervention Study über elf Jahre waren nur die postprandialen Blutzuckerwerte und die Triglyzeride mit erhöhter Mortalität korreliert, nicht aber Nüchternblutzucker und Blutdruck. In einer weiteren Studie verdickten sich die Gefäßwände bei Patienten mit gestörter Glukosetoleranz signifikant. Auch bei solchen Patienten, die normale Nüchternblutzuckerspiegel hatten.

Patienten, die nach Glukosebelastungstests deutlich erhöhte Blutzuckerwerte hätten, bräuchten eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, um das Diabetes-Risiko zu senken. Das gelänge vielen aber nicht, so Hanefeld. Orale Antidiabetika wie der Alpha-Glukosidasehemmer Acarbose (Glucobay®) seien dann eine Alternative.

(Quelle: Ärzte Zeitung)

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