Brüssel (pte, 25. Februar 02/14:54)
Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts ist es europäischen und afrikanischen
Forscherteams gelungen, eine neue Diagnosemethode für durch das Ebolavirus verursachte Infektionen zu entwickeln
und erfolgreich unter Epidemiebedingungen auszutesten. Die Diagnosemethode beruht auf dem Nachweis des viralen
Genoms im Blut des Kranken.
Der Test ist laut einer Aussendung der EU
http://europa.eu.int ebenso empfindlich wie die Standardmethode, erlaubt
aber einen wesentlich schnelleren Nachweis der Infektion bei den Patienten. Nachdem die Testbewertung abgeschlossen
ist, soll der Test in Serie produziert werden. Der Schnelltest ermöglicht die Bekämpfung der Epidemie zum Zeitpunkt
des Ausbruchs und die Bereitstellung einer geeigneten Therapie für die Patienten, sobald diese zur Verfügung stehen
wird.
Die internationale Zusammenarbeit wurde 1998 in die Wege geleitet und umfaßt das Centre de Recherche Mérieux-
Pasteur in Lyon (CRMPL, Association Fondation Mérieux et Institut Pasteur), die Laboratorien des Centre
International de Recherche Médicales de Franceville in Gabun (CIRMF), das Institut für Virologie von Marburg in
Deutschland und jenes von Rotterdam in den Niederlanden sowie das Institut Pasteur von Dakar/Senegal. Das Projekt
wurde von der Europäischen Kommission mit einem Betrag in Höhe von 500.000 Euro mitfinanziert.
Das Ebolafieber ist sehr ansteckend und hat eine äußerst pathogene Wirkung für Primaten und insbesondere den
Menschen. Die Sterblichkeit kann je nach Art des Virus 88 Prozent erreichen. Derzeit gibt es keine Therapie für
diese Krankheit. Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch Kontakt mit der Haut und den Ausscheidungen des
Kranken.
In Afrika ist die Erkennung von hämorrhagischem Fieber wie Ebola oder Lassa (eine Mio. Fälle jährlich)
durch mangelnde Spezifität der Symptome bei Krankheitsbeginn schwierig. Die Symptome sind unter anderem Fieber und
Kopfschmerzen, die nach sieben bis acht Tagen Inkubationszeit auftreten. Später kommt es zu Bauchschmerzen,
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Gelenkschmerzen sowie zu sogenannten konjunktivalen Einblutungen. Zwischen dem
sechsten und 16. Tag kann ein hypovolämischer Schock zum Tode führen. Ein hypovolämischer Schock ist per Definition
ein akutes Kreislaufversagen nach Verlust von Blut, Plasma bzw. Wasser und Elektrolyten.
(Quelle: pte020225029 - pressetext.austria)