Aachen, den 02.04.02 - (DIET-SDM)
Eisenmangel ist der häufigste Nährstoffmangel, von dem weltweit etwa 600 bis 700 Millionen Menschen betroffen sind. Aktuelle Studien zeigen, daß das eisenbindende Protein Lactoferrin eine hervorragende Möglichkeit bietet, Eisenmangel zu beheben, erläutert heute Katrin Raschke, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) mit Sitz in der Reha-Klinik an der Rosenquelle in Bad Aachen.
Lactoferrin verbessert die Aufnahme von Eisen, ohne negative Nebeneffekte hervorzurufen. Andere Eisenverbindungen verursachen häufig Verdauungsbeschwerden und erhöhen den oxidativen Streß. Zur Behandlung von Eisenmangelerscheinungen eignen sich Präparate aus der Apotheke, die Eisen in Verbindung mit Lactoferrin enthalten. Lactoferrin ist auch für die gute Verfügbarkeit von Eisen aus
Muttermilch verantwortlich.
Eisenmangel kommt auch in Industrienationen häufig vor. Etwa acht Prozent der Frauen vor der Menopause und sogar 10 bis 20 Prozent der jungen Mädchen leiden in Deutschland unter einer unzureichenden Eisenversorgung. Dies ist vor allem auf Verluste bei der Regelblutung zurückzuführen, bei der jedes Mal etwa 15 Milligramm Eisen verloren gehen. Aber auch Ausdauersportler, männliche Senioren und Jungen in der Pubertät können betroffen sein.
Eisen ist in vielen Lebensmitteln enthalten, meist aber in geringen Mengen.
Wichtiger als der eigentliche Eisengehalt ist die Verfügbarkeit. Dieser Wert besagt, wieviel Prozent des Nährstoffs tatsächlich in den Körper aufgenommen werden. Die Verfügbarkeit von Eisen ist gering: nur durchschnittlich 15 Prozent werden in den Körper aufgenommen, bei manchen Lebensmitteln sogar nur drei Prozent. Die Verfügbarkeit wird von verschiedenen Faktoren beeinflußt. Beispielsweise liegt Eisen in pflanzlichen Lebensmitteln in einer Form vor, die schlechter vom Körper aufgenommen
werden kann als das Eisen aus tierischen Produkten. In Pflanzen sind außerdem häufig Komplexbildner (Phytate, Oxalate, Polyphenole) enthalten, die Eisen binden. Sie können so eine Aufnahme durch den Körper erschweren. Durch die gleichzeitige Zufuhr von Vitamin C kann die Aufnahme von Eisen aus pflanzlicher Nahrung erhöht werden. Das Vitamin hemmt die Wirkung der Komplexbildner und kann zudem das Eisen in die besser resorbierbare Form umwandeln. Ein weiterer Faktor zur Verbesserung der Eisenresorption ist die Bindung an Lactoferrin. Neu ist dessen Einsatz zur Behandlung von Anämie.
Als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin ist Eisen am Sauerstofftransport im Blut beteiligt. Zudem ist es unerläßlich für die Funktion wichtiger Enzyme.
Die häufigsten Symptome eines leichten Eisenmangels sind Kopfschmerzen, Schwindel, leichte Ermüdbarkeit und depressive Verstimmungen. Doch auch Konzentrationsschwierigkeiten und eine schwächere Lernleistung können auf einen Eisenmangel zurückzuführen sein. Stärkere Mangelsituationen führen zu Anämie, der so genannten Blutarmut, bei der es zu Kältegefühl und Störungen diverser Körperfunktionen kommt.
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
http://www.diet-aachen.de.
(Quelle: D.I.E.T. Aachen)