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Richtig essen und trinken gegen Darmträgheit
DIET: Eine ballaststoffreiche Ernährung, Milchzucker, reichlich trinken sowie die Ballaststoffkonzentrate Plantago ovata Samenschalen und Guar beugen wirksam der Volkskrankheit Verstopfung vor
Aachen, den 04.04.02 - (DIET-SDM)
Ernährungswissenschaftler und Mediziner sind sich einig, daß die wirksamste Therapie von Darmträgheit die richtige Ernährungsweise ist. Die Häufigkeit der vom Mediziner als Obstipation bezeichneten Verstopfung liegt in Deutschland bei bis zu 30 Prozent, erklärt heute Sven-David Müller
vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.). Frauen sind häufiger von Darmträgheit betroffen als Männer und Senioren sind öfter verstopft als junge Menschen.
Eine Obstipation definiert der Gastroenterologe als weniger als drei Stuhlentleerungen wöchentlich. Bei vielen Menschen führt die übertriebene und unnötige Angst vor Selbstvergiftung durch fäkulentes Material (Stuhlgang) zur unkontrollierten Einnahme von Abführmitteln (Laxantien), so Müller.
Präparate gegen Verstopfung nahmen 1998 noch vor den Schmerzmitteln und direkt nach den Grippe-Mitteln den zweiten Platz in der Hitliste für Selbstmedikation ein. Ihr Umsatz liegt bei 550 Millionen Euro. Experten schätzen, daß mehrere Millionen Menschen öfter als einmal wöchentlich Laxantien einnehmen, weil sie unter Obstipation leiden oder meinen, zu selten Stuhlgang zu haben. Viele Menschen glauben, daß pflanzliche Laxantien wie Sennesblätter, Rhabarberwurzel, Faulbaumrinde oder Aloe ungefährlich seien. Die Assoziation "pflanzlich bedeutet harmlos" ist jedoch falsch, betont Müller. Laxantien führen in der Regel zu Elektrolytverlusten, die die Verstopfung verstärken oder auslösen, machen abhängig und stehen unter dem Verdacht, Darmkrebs auszulösen.
Einer der wichtigsten Gründe von Obstipation und vielen Darmerkrankungen wie Divertikeln, Divertikulitis und Hämorrhoiden ist der extreme Ballaststoffmangel in Deutschland. Anstatt der empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe nimmt der Durchschnittsbürger nur 18 bis 22 Gramm täglich auf. Das lähmt die Verdauung, denn Ballaststoffe erhöhen das Stuhlvolumen und den Flüssigkeitsgehalt des Stuhlganges, was eine problemlose Entleerung ermöglicht.
Neben einer ballaststoffreichen Kost kommt dem Milchzucker und den Ballaststoffkonzentraten Plantago ovata
Samenschalen sowie Guar eine wichtige Bedeutung für die gesunde Verdauungsregulation zu. Bereits im 19.
Jahrhundert zählte der Milchzucker zu den ärztlichen Standardtherapeutika bei Verstopfung. Er führt nicht zur Gewöhnung, ist gut verträglich und fördert die Ausbildung einer gesunden Darmflora. Damit bildet Milchzucker sogar eine Barriere gegen krankmachende Keime und Pilzüberwucherung (Candida albicans). Das trifft insbesondere zu, wenn regelmäßig gesäuerte Milchprodukte wie probiotischer Joghurt und reichlich Ballaststoffe über Plantago ovata Samenschalen oder Guar aufgenommen werden, da diese den nützlichen Darmbakterien als Substrat dienen, erklärt
Müller abschließend.
Buchempfehlung:
Genußvoll essen bei Darmträgheit
Sven-David Müller, Vorwort: Prof. Dr. med. Hubertus Wietholtz (Klinikum Darmstadt),
Midena Verlag, 96 Seiten, 12,90 Euro, ISBN 3-310-00675-1.
Das Ratgeberkochbuch zeigt auf 96 Seiten die Grundlagen einer darmgesunden Ernährungsweise und enthält eine Fülle von Rezepten, die einer Darmträgheit wirksam vorbeugen können. Durch den Einsatz von Milchzucker und Ballaststoffkonzentraten wie Plantago ovata Samenschalen oder Guar läßt sich auch eine Verstopfung gut behandeln. Alle Rezepte sind hinsichtlich des Ballaststoff- sowie des Kaloriengehaltes berechnet.
(Quelle: D.I.E.T. Aachen)
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