Aachen, den 07.03.02 - (DIET-SDM)
Studien* weisen darauf hin, daß ein erhöhter Homocysteinspiegel nicht nur ein kardiovaskulärer Risikofaktor, sondern auch ein Indikator für einen bevorstehenden Schlaganfall ist. Das geht aus einer Untersuchung an 153 über 65 jährigen Patienten hervor. Dabei konnten bei jedem Vierten eindeutige Zeichen eines vergangenen stillen Hirninfarkts, der häufig Vorbote eines Schlaganfalls ist, festgestellt werden, erklärt heute Klaudia Pütz, Diplom Diätassistentin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen.
Blattspinat, Rosenkohl, Grünkohl, Kopfsalat, Endivie, grüne Schnittbohnen, Fenchel und Wirsing zählen zu den folsäurereichsten Gemüsesorten, deren regelmäßiger Verzehr einem Schlaganfall demnach vorbeugen kann. Der empfohlene Referenzwert für eine ausreichende Folatzufuhr bei Jugendlichen und Erwachsenen liegt bei 400 Mikrogramm pro Tag. Bei Schwangeren und Stillenden steigt er sogar auf das 1,5fache an.
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Eine Portion in Gramm (g)
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Folsäuregehalt(Mikrogramm)
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250 g Spinat
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108
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| 250 g Grüne Schnittbohnen
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165
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250 g Rosenkohl
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355
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250 g Wirsing
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163
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100 g Fenchel
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93
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50 g Kopfsalat
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25
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50 g Endivie
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42
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Das wasserlösliche Vitamin Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist bei der Zellteilung und damit an der Zellneubildung beteiligt. Der Organismus benötigt es auch, um das Zwischenprodukt Homocystein beim Eiweißstoffwechsel zu regulieren. Ist die Folsäurezufuhr zu gering, staut sich Homocystein an, welches das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht. Die Schwellenwerte für einen akzeptablen Homocysteinspiegel variieren je nach Studie. Einige empfehlen einen Blutspiegel unterhalb von 16 Mikromol/Liter, andere sogar einen von weniger als 10 Mikromol/Liter.
In Deutschland ist die Versorgung mit Folsäure kritisch, vor allem weil die Bedeutung der grünen Vitaminwunder verkannt ist und die Deutschen mit einer tägliche Gemüsezufuhr von 218 Gramm täglich den DIET-Empfehlungen von mindestens 750 Gramm Obst und Gemüse pro Tag deutlich hinterher hinken. Um Defiziten in der Folsäurezufuhr vorzubeugen, ist in den USA die Anreicherung von Getreideprodukten mit Folsäure seit 1998 Standard. Sie wurde eingeführt, um die Rate an Spina bifida (= offener Rücken), einem häufig vorkommenden schwerwiegenden Neuralrohrdefekt bei Neugeborenen, zu reduzieren. Durch diese Anreicherung könnte nach Einschätzung amerikanischer
Wissenschaftler auch ein Rückgang der durch koronare Herzerkrankungen bedingten Todesfälle in den USA um 50.000 erreicht werden. Dies entspräche einem Rückgang in Deutschland um etwa 10.000.
Das zweite Ernährungsproblem betrifft die Fettzufuhr, denn sie beträgt bei Erwachsenen durchschnittlich 120 Gramm pro Tag, und das sind 30 bis 50 Prozent zu viel. Nicht nur die Fettmenge selbst wird für Herz und Gefäße zum Verhängnis, sondern auch die vorzugsweise verzehrten ungünstigen gesättigten Fettsäuren aus tierischen Produkten (fetter Käse, Butter, fette Wurst). Spart man gesättigte Fette zugunsten hochwertiger Pflanzenöl wie beispielsweise Oliven- und Rapsöl sowie Diätmargarine ein, führt man den Körper gleichzeitig wenig Cholesterin zu. Das hilft, das Risiko Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Das Prinzip "fettarm und folsäurereich" wirkt sich daher doppelt positiv aus.
Fragen zur hirn- und herzgesunden Ernährung und Cholesterinspiegelsenkung erteilt der ernährungsmedizinische Beratungsdienst unter der Telefonnummer 0241-44 50 230 werktags von 9.00 bis 13.00 Uhr. Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.diet-aachen.de oder
http://www.folsauere.ch.
* Stroke 32, 5 (2001) 116-119 und Neurology 56, 9 (2001) 1188-1194)
(Quelle: D.I.E.T. Aachen)