London (pte, 26. März 02)
Mentaler Streß kann für Menschen mit Herzerkrankungen tödlich sein. US-Forscher haben stichhaltige Beweise dafür gefunden, daß bei gestreßten Herzpatienten die Todesrate um das Dreifache steigt. Da die Studie allerdings nur auf einer Probandenzahl von 196 Patienten beruht, sind noch umfassende Untersuchungen notwendig. Die Ergebnisse wurden im Journal of the American Heart Association "Circulation"
http://circ.ahajournals.org veröffentlicht.
Obwohl Streß im Wesentlichen das Gehirn beeinflußt, hat er laut Forschern einen nicht zu vernachlässigen Einfluß auf den Körper. Streß führt zur Verengung der Blutgefäße, erhöht den Blutdruck und den Herzschlag, um dadurch den Sauerstoffbedarf des Herzens zu steigern. Das Ergebnis ist, daß der Herzmuskel nicht genug Blut erhält und eine
Ischämie (Sauerstoffmangelsituation) auftritt. Die Forscher nutzten ein bildgebendes Verfahren, bei dem die roten Blutzellen mit einem Farbstoff markiert werden und so Pumpabnormalitäten des Herzens als Zeichen der Ischämie verfolgt
werden.
Bei den untersuchten Patienten wurde eine 50-prozentige Verengung zumindest einer Hauptarterie oder eine vorangegangene Herzattacke festgestellt. Die Auswirkungen von psychologischem Streß ermittelten die Forscher, indem die Probanden fünf Minuten zu einem Thema sprechen mußten. Bei 20 Prozent trat während der Untersuchung ein abnormes Pumpverhalten des Herzens auf. Diese Patienten hatten auch eine 2,8 Mal höhere Todesrate als jene ohne eine derartige Abnormalität. "Studien haben bereits gezeigt, daß Streß in der Arbeit, Depressionen oder ein hohes Aggressionspotenzial das Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, fördert", erklärte ein Sprecher der British Heart Foundation gegenüber der BBC
http://news.bbc.co.uk . Es sei auch keine neue Erkenntnis, daß Streß einen ungesunden Lebensstil nach sich zieht. "Dadurch liegt es nahe, daß bei Menschen mit bestehenden Herzproblemen zusätzlicher Streß das Risiko erhöht. Eine Herzattacke ist aber die Ausnahme", heißt es weiter.
(Quelle: pte020326018 - pressetext.austria)