Aachen, den 08.04.02 - (DIET-SDM)
Kinderlebensmittel ersetzen keine gesunde Ernährung, betont Ines Drewe, Diplom Oecotrophologin des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.).
Kinder benötigen keine "Joghurt-Zwerge" mit zusätzlichem Traubenzucker, Kalzium oder Vitaminen.
Milch und Milchprodukte sind die natürlichen Kalziumlieferanten überhaupt. Auch der Traubenzucker oder Fruchtzucker bringt keine gesundheitlichen Vorteile.
Die angeblich nervenstärkenden oder leistungsbringenden Eigenschaften sind Blödsinn, da Trauben- und Fruchtzucker, genau wie Haushaltszucker leere Energieträger sind und nur dick machen, so Drewe. Schon die
meisten herkömmlichen Fruchtjoghurts enthalten mehr Aromen als wirkliche Früchte, daher ist es sinnvoll, einen Fruchtjoghurt selber zuzubereiten. Auch die Milch-Schokoladenriegel mit der Extra-Portion Cerealien dürfen nicht überbewertet werden – es handelt sich hier um eine Süßigkeit, nicht um ein gesundes Nahrungsmittel. Ein Müsli aus Vollkornflocken und frischem Obst bringt dem Kind wirklich die gesunden Inhaltsstoffe des Getreides. Auch Bonbons mit extra vielen Vitaminen schaden eher, als das sie nützen. Durch Vitaminzusätze wird der Zucker nicht gesünder. Auf Dauer werden die Zähne geschädigt, wenn man zuviel davon ißt und nicht die Zähne putzt.
Kinder und Jugendliche wissen zwar vieles über gesundes Essen, doch durch die Eßgewohnheiten in ihrem Elternhaus wird festgelegt, ob sie dieses Wissen umsetzen. Wenn die Kinder in den Kindergarten oder die Schule gehen, nehmen sie die erste Außer-Haus-Mahlzeit ein. Eltern sollten darauf achten, daß diese Mahlzeit nicht nur aus "angeblich" gesunden Süßigkeiten – Stichwort Milchkammer oder mit vielen Vitaminen - besteht. Sicherlich sind auch die Verführungen durch Schulkiosk oder der naheliegenden Bäckerei groß. Doch wenn die Kinder zu Hause schon ein ausreichendes Frühstück genossen haben, ist der Hunger nicht so groß. Wird an ihrem Schulkiosk statt Milch und Kakao nur die "Extra-Portion Milch" verkauft, sollten Eltern sich für ein Verbot aussprechen.
Hinweis: Unter Kinderlebensmitteln werden keine Säuglings- und Kleinkindernahrungen verstanden!
Ernährungsempfehlungen des DIET´s für Kinder:
- Seien Sie das Vorbild Ihrer Kinder: leben Sie deshalb eine gesunde Ernährung vor
- Verbieten Sie Süßigkeiten nicht rigoros, aber geben Sie sie Ihrem Kind nur in Maßen
- Kindermilchschnitten enthalten viel Zucker und Fett, aber (fast) keine Milch
- Mischen Sie Joghurts und Milchshakes selber aus Milch und frischen Früchten, das ist gesünder und die gemeinsame Zubereitung macht ihrem Kind sicherlich auch Spaß
- In den meisten Fertigkakaopulvern ist zuviel Zucker, rühren Sie einen Kakao aus schwarzem Kakaopulver, dann können Sie die nötige Zuckermenge selbst bestimmen – oder mit Süßstoffen arbeiten
- Nußnougatcremes sind eigentlich nur "Zucker-Fett-Cremes2. Sie sollten etwas Besonderes sein und nicht jeden Tag angeboten werden
- Geben Sie ihrem Kind ausreichend Pausenverpflegung mit in die Schule oder den Kindergarten, dann ist das
Interesse an dem Zuckergebäck aus Kiosk oder Bäckerei nicht ganz so groß
- Das zusätzliche Zähneputzen nach dem Essen von Süßigkeiten sollte frühzeitig zur Gewohnheit werden
Bei weiteren Fragen stehen die Berater des DIET´s telefonisch werktags zwischen 9:00 und 15:00 Uhr unter der Nummer 0241/4450600 zur Verfügung. Die Homepage des Instituts
http://www.diet-aachen.de liefert rund um die Uhr Antworten zu vielen Fragen der Ernährungsmedizin und Diätetik.
(Quelle: D.I.E.T. Aachen)