Aachen, den 05.03.02 - (DIET-SDM)
Übergewicht ist im ländlichen Raum weiter verbreitet als in Großstädten, wie die Daten vom Statistischen Bundesamt aus der Mikrozensus-Bevölkerungsstichprobe belegen, darauf weist heute Klaudia Pütz, Diplom Diätassistentin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen, hin.
Die Befragung von 380.000 Personen ergab, daß in Deutschlands Metropolen wie beispielsweise Hamburg (39,8 Prozent) und Berlin (41,1 Prozent) mit einem BMI (Body-Mass-Index) zwischen 25 und 30 deutlich weniger Übergewichtige leben als auf dem Land und in den neuen Bundesländern (50,2 Prozent). Das
Bundesland Thüringen schnitt mit 53,7 Prozent Übergewichtigen am "dicksten" ab.
Der BMI gilt heute als international anerkannte Orientierungsgröße zur Beurteilung des Körpergewichts. Er errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körperlänge in Metern zum Quadrat. Ein BMI zwischen 19 und 25 ist normal, Übergewicht des ersten Grades reicht von 25 bis 30, deutliches Übergewicht liegt bei einem BMI von 30 bis 40 vor, morbide Fettsucht bezeichnet man einen BMI über 40.
Bei den Männern ist das Übergewicht weiter im Vormarsch, ebenso bei den westdeutschen Frauen, während die Prävalenz bei den ostdeutschen Frauen zwar rückläufig ist, aber trotzdem noch höher als bei den Frauen aus den westlichen Bundesländern liegt. Den höchsten Anteil übergewichtiger Männer gibt es im Alter zwischen 65 und 70 Jahren, auch Frauen sind in dieser Lebensjahresspanne am dicksten, jedoch anzahlsmäßig um 13 Prozent geringer als Männer. 67 Prozent der westdeutschen und 66 Prozent der ostdeutschen Männer sind mit einem BMI über 25
übergewichtig. Bei den Frauen sind es 52 Prozent im Westen und 57 Prozent im Osten. (Tabelle BMI - Klassen nach Geschlecht und Ost/West – Zugehörigkeit ist per eMail
info@diet-aachen.de anforderbar.)
Erstaunlich ist, daß trotz neuer Erkenntnisse zur Entstehung und Therapie des Übergewichts die Deutschen immer dicker werden, so Pütz weiter. Das zeigt, daß das Wissen alleine nicht reicht, schlank zu werden, sondern nur die lebenslange Umsetzung gesunder Ernährungsempfehlungen zusammen mit einem vernünftigen Lebensstil ein gesundes Körpergewicht garantiert. Crashdiäten wie Fasten oder Kohlsuppendiät machen auf Dauer dick und krank, aber nicht gesund und schlank, so der Institutssprecher Sven-David Müller.
Eine zu große Körperfülle tut jahrelang nicht weh. Das ist der Grund, warum Menschen gesundheitliche Risiken, die die Wohlstandskrankheit Übergewicht mit sich bringen kann, erfolgreich verdrängen. Betroffene betiteln sich selbst gerne als sportlich unbegabt statt zuzugeben, daß überflüssige Pfunde träge machen. Daß sie bei der geringsten körperlichen Anstrengung kapitulieren müssen, wollen sie sich nicht eingestehen.
Wer nicht erkennt, daß Dicksein krank macht, nimmt niemals ab. Es muß in die Köpfe, daß es nicht darum geht, weniger zu essen, sondern das "Richtige", so Diätassistentin Pütz weiter. Das bedeutet in erster Linie, die Fettzufuhr zu senken. Ein moderater Fettanteil von 25 bis 30 Prozent der
Gesamtenergie ist anzustreben. Um das zu erreichen, müssen beispielsweise magere Milchprodukte, Wurst oder Fleisch gekauft und entsprechend fettarm weiter verarbeitet werden. Der Verbraucher muß beim Einkauf einen kritischen Blick auf die Verpackung werfen.
Gleich nach dieser Ernährungsregel kommt die Empfehlung, reichlich Gemüse, Obst, Salate und Getreideprodukte zu essen. Diese Lebensmittel zeichnen sich durch ihre Ballaststoffe, die für einen Sättigungseffekt sorgen und den Blutzucker nur wenig ansteigen lassen, aus.
Das Deutsche Institut bietet für ratsuchende Übergewichtige einen ernährungsmedizinischen Beratungsdienst an. Unter der Telefonnummer 0241-44 50 600 beraten die Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler werktags jeweils von 9.00 bis 15.00 Uhr. Weitere Informationen unter der Homepage
http://www.diet-aachen.de.
(Quelle: D.I.E.T. Aachen)