London (pte, 8. April 02)
Schweizer Forscher der Abteilung für Lebensmittelkontrolle des Gesundheitsamtes im Kanton Solothurn
http://www.so.ch/di/Gesa/lmk behaupten, daß zahlreiche europäische Mineralwässern mit dem Virus namens NLV verseucht sind. Das Team um Christian Beuret wies bei der Untersuchung in elf von 29 Mineralwässern das sogenannte Norwalk-like-Virus nach. Der als widerstandsfähig und infektiös geltende Virus ist Auslöser von Durchfall und Erbrechen,
wie das Fachmagazin Nature in der aktuellen Online- Ausgabe
http://www.nature.com/nsu/020402/020402-9.html berichtet.
"Wir konnten die Ergebnisse zuerst nicht glauben und ließen sie daher von einem unabhängigen Schweizer Privatlabor überprüfen", so Beuret. Die Kontamination könnte sporadisch durch menschliche Fäkalien direkt an der Quelle oder während der Abfüllung erfolgen, schätzt der Forscher. Über den tatsächlichen Kontaminationsvorgang herrscht aber noch Unklarheit. Da die Proben nicht auf Infektiosität überprüft werden können, tappen die Forscher auch noch bezüglich eines Gesundheitsrisikos im Dunkeln. Weltweit sind die Viren für mehr als 90 Prozent aller Magenverstimmungen verantwortlich. Eine Infektion ist bereits bei zehn bis 100 Virenpartikel möglich, was eine sehr hohe Infektiosität bedeutet. Diese Virenanzahl wurde auch von den Schweizer Forschern pro Liter Mineralwasser gefunden.
Kritik kommt seitens der Mineralwasser-Industrie. Abfüller behaupten, daß die zur Analyse eingesetzte Methode, die RT-PCR-Methode, für Kontaminationen anfällig sei. Von Stelle eines führenden Mineralwasser-Unternehmens heißt es: "Die Methode ist für Routine-Analysen von potenziell sehr schwach verunreinigtem Wasser ungeeignet". Ferner sei der Virus von sechs Labors, darunter auch jenem von Beuret, bei 300 untersuchten Flaschen von fünf Marken nicht nachgewiesen worden. Diese Studie wurde allerdings noch nicht veröffentlicht.
(Quelle: pte020408046 - pressetext.austria)