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Protein-Energie-Mangel bedroht Senioren
1000 Kalorien täglich sind einfach zu wenig

DIET: Astronautenkost hilft, wenn Senioren nicht mehr ausreichend essen wollen oder können


Aachen, den 12.03.02 - (DIET-SDM)

Senioren in einem gesunden Ernährungszustand haben deutlich bessere Voraussetzungen, ein hohes Alter bei zufriedenstellender Lebensqualität zu erreichen sowie Krankheiten und gesundheitliche Krisen zu überstehen. Die tatsächliche Energieaufnahme von Senioren liegt in vielen Fällen unterhalb des Existenzminimums, so heute Birgit Junghans, Diplom Oecotrophologin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) mit Sitz in der Reha-Klinik an der Rosenquelle in Aachen. Daher benötigen Senioren Astronautenkost aus der Apotheke oder die Versorgung mit Trink- und Sondennahrung durch Home-Care-Teams.

Ein konstantes Energiedefizit führt unweigerlich zu einem schleichenden Gewichtsverlust und verschlechtert die gesundheitliche Situation der Betroffenen. Protein-Energie-Malnutrition beeinträchtigt die Muskelfunktion, mindert die Knochenstabilität, erhöht die Infektanfälligkeit, fördert die Ausbildung von Druckgeschwüren (Dekubiti) und verzögert die Wundheilung.

Die australische Studie "The Anorexia of Aging" (Nutrition 16:983-995,2000) unterscheidet die Gründe für die Gewichtsabnahme in physiologische und nichtphysiologische.

Erstgenannte beruhen auf altersbedingten Erscheinungen, die auch bei gesunden Senioren zu finden sind. Senioren essen langsamer, verzehren kleinere Mahlzeiten und weniger Zwischenmahlzeiten, die körperliche Aktivität geht zurück und sie sind rascher satt. Hinzu kommt bei vielen Senioren ein altersbedingtes Energiedefizit, das aus Begleiterscheinungen des Alterns resultiert. Soziale Faktoren (Armut, Einsamkeit, Alleinleben), psychologische Faktoren (Depressionen), physische Faktoren (Einschränkungen beim Einkaufen und Zubereiten der Mahlzeiten) sowie medizinische Faktoren (Probleme des Kauapparats, beim Schlucken, Medikamenteneinnahme, gastrointestinale Probleme sowie Verdauungsschwierigkeiten) führen dazu, daß Senioren zu wenig essen und immer weiter abnehmen. Der Körper wird schwächer, der Appetit geht weiter zurück.

Der Speiseplan des Betroffenen besteht aus Milchsuppe, Pudding, zerkochtem Gemüse und in Kaffee eingeweichtem Zwieback. Diese Ernährungsweise zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Zucker, wenig Protein und Vitamin- und Mineralstoffarmut aus. Vitaminpräparate können letzterem entgegenwirken, dringend benötigte Kalorien liefern sie jedoch nicht.

Der Patient befindet sich im scheinbar ausweglosen Teufelskreis der Mangelernährung. Für die Aachener Ernährungsfachleute ist es ein unverständlich, daß Astronautenkost, die Nährstoffe in idealer Kombination und hoher Konzentration liefert, so wenig zum Einsatz kommt. Senioren, die nicht ausreichend essen können, benötigen dringend diese Unterstützung, so Junghans. Damit bekämen sie die Chance auf eine höhere Widerstandskraft gegenüber Erkrankungen und eine bessere Lebensqualität.

Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik bietet Interessierten einen telefonischen Ernährungsmedizinischen Beratungsdienst an. Unter der Nummer 0241 – 96109566 stehen die ernährungsmedizinischen Berater den Anrufern werktags in der Zeit von 10.00 bis 15.00 Uhr zur Beantwortung ihrer Fragen zur Verfügung. Gegen Zusendung eines frankierten Rückumschlags (DIN A 5, 1,53 Euro) verschickt das Institut die von ihm erstellte Broschüre "Zunehmen leicht gemacht!", die Tips und Informationen zum gesunden Zunehmen liefert. Auch die Homepage des Instituts www.diet-aachen.de bietet sachlich fundierte Informationen und Aktuelles aus der Ernährungsmedizin.

(Quelle: D.I.E.T. Aachen)

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