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Wenn die Nacht zum Tag gemacht wird:
Ernährungstips für Schichtarbeiter

DIET: Die "innere Uhr" ist gegenüber Essensreizen unempfindlich
Schichtarbeit und Zeitumstellung wirken wie ein kleiner Jetlag auf den Körper


Aachen, den 28.03.02 - (DIET-SDM)

Schichtarbeiter sollten besonders auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Mahlzeiten und den richtigen Essenszeitpunkt achten. So können sie ihre Leistungsfähigkeit auch nachts erhalten und gesundheitliche Beschwerden minimieren, erklärt heute Klaudia Pütz, Diplom Diätassistentin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) mit Sitz in der Reha-Klinik an der Rosenquelle in Bad Aachen.

Die innere Uhr, die das Zeitempfinden und die Körperabläufe steuert, scheint nicht durch unzeitgemäße Nahrungsaufnahme aus dem Takt zu geraten, berichten Wissenschafter http://www.genesdev.org von der Universität Genf anhand Untersucherungen an Labormäusen.

Schichtarbeiter, vor allem Nacht-Schichtarbeiter, sind hinsichtlich Gesundheit und Leistungsfähigkeit einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt. Unregelmäßige Arbeitszeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten können individuell als Streß erlebt werden und mit Schlafproblemen, Müdigkeit, eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen.

Die Körperfunktionen des Menschen unterliegen einem Tages- und Nachtrhythmus. Diese "innere Uhr" ist dem Menschen angeboren. Die Leistungsbereitschaft ist normalerweise tagsüber am größten, zwischendurch kann es zu kleinen Leistungstiefs kommen. In der Nacht, wenn Körper und Geist ruhen, schaltet der Organismus auf Sparflamme zurück. Die Pulsfrequenz und der Blutdruck sinken, Verdauungssekrete werden weniger produziert, die Leberleistung und das Wärmebedürfnis dagegen sind erhöht. Arbeiten gegen den biologischen Rhythmus, also Schichtarbeit, bedeutet für den Körper, daß die erforderliche Leistungsfähigkeit am Abend und während der Nacht genauso hoch sein muß wie bei Tagarbeitern.

Der Zirkadian-Rhythmus des menschlichen Organismus wird vom Gehirn aus gesteuert und ist eng an Lichtreize auf die Augen geknüpft. Wird dem Körper durch die Umgebungshelligkeit ein typischer Tag-Nacht-Rhythmus suggeriert, kann sich die Ausschüttung von Verdauungsenzymen auf die Nacht anpassen. Der Körper findet seinen "neuen Rhythmus" aber erst nach langer Einstellung auf diese Nachtarbeit wieder. Ähnlich kann sich die am kommenden Sonntag stattfindende Umstellung auf die Sommerzeit wie ein kleiner Jetlag auf den Körper auswirken.

Damit gesundheitliche Beschwerden wegen der Veränderung des Wach-Schlafrhythmus vermieden werden, gibt das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik Tips für Schichtarbeiter:

Fällt die Arbeitszeit zwischen 22 Uhr und sechs Uhr, sollte die Nachtverpflegung fettarm und leicht verdaulich sein. Der Energiebedarf eines Nachtschichtarbeiters ist genauso hoch wie der eines Tagarbeiters, so Pütz. Lediglich die Verteilung der Mahlzeiten ist anders.

Günstigerweise sollte zu Hause ein leichtes Abendessen zwischen 19 Uhr und 20 Uhr eingenommen werden, während der Nachtsunden ist eine warme Mahlzeit gegen Mitternacht und eine Zwischenmahlzeit zwei Stunden vor Arbeitsende empfehlenswert. Eine warme Mahlzeit gibt das Gefühl der inneren Erwärmung und Belebung. Zwischenmahlzeiten verhindern das Absinken des Blutzuckers, so daß die Leistungsfähigkeit und Konzentration positiv gefördert werden. Durch eine den Gegebenheiten entsprechende regelmäßige Nahrungsaufnahme lassen sich Appetitlosigkeit und Magen-Darmstörungen weitgehend reduzieren.

  • Als Zwischenmahlzeiten empfehlen die DIET-Ernährungsexperten fettarme Milchprodukte, Obst, Kompott, Knäckebrot, Vollkornbrot mit Hüttenkäse oder gekochten Schinken sowie Salate.
  • Als warme Hauptmahlzeit sind Gemüseeintöpfe, Gratins oder mageres Fleisch und Fisch in fettarmer Zubereitung zu bevorzugen. Als Beilagen eignen sich Pellkartoffeln, Vollkornreis, Vollkornnudeln sowie Gemüse und Salate. Schnell zubereitet oder von zu Hause mitgenommen und aufgewärmt sind auch Fertigsuppen oder 1-Minuten-Suppen.
  • Zwei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Kaffee oder Schwarztee trinken, da das Coffein eine aufputschende, kreislaufanregende Wirkung hat und der wohlverdiente Schlaf ausbleibt.
  • Regelmäßige Essenszeiten und Pausen während der Schichtarbeit sorgen für ein besseres Wohlbefinden.
  • Empfehlenswert ist, nicht direkt nach der Arbeit in den frühen Morgenstunden schlafen zu gehen, sondern sich Zeit nehmen, um abzuschalten, beispielsweise durch einen Spaziergang oder Lesen vor dem Schlafen gehen.
  • Ruhige und abgedunkelte Schlafumgebung am Tage schaffen.


Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter http://www.diet-aachen.de.
Weitere Literatur auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unter DGE info 11/2000.

(Quelle: D.I.E.T. Aachen)

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