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Verstopfung in der Schwangerschaft:
Das muß nicht sein!

DIET: Neue Ernährungstherapie mit Guar oder Plantago ovata Samenschalen beugt Verstopfung vor


Aachen, den 03.05.02 - (DIET-SDM):

Nach aktuellen Schätzungen leiden rund 30 Prozent aller Deutschen unter Verstopfung. In der Schwangerschaft liegt die Quote noch deutlich höher, so Sven-David Müller vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.).

Dr. oec. troph. Bettina Dörr, Ernährungsmedizinische Leiterin des Instituts, sieht in den veränderten Ernährungsgewohnheiten der Schwangeren eine wichtige Ursache für dieses Problem: Der Appetit schlägt Purzelbäume und verlangt eher nach süß, salzig oder energiereich; darmgesunde Ballaststoffe in Form von Rohkost, Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten bleiben dabei häufig auf der Strecke. Hinzu kommt die hormonelle Umstellung, die den Appetit und die normale Darmbewegung und damit die Entleerung beeinflußt, so Dörr weiter. Der Fötus benötigt mit zunehmendem Verlauf der Schwangerschaft mehr Platz. Das heranwachsende Baby übt einen Druck auf den Darm aus, der seinerseits die Darmtätigkeit beeinträchtigt. All diese Faktoren tragen dazu bei, daß Schwangere besonders anfällig für Verstopfung sind, erläutert Müller. Die Lösung für das Problem sollten keine Abführmittel (auch keine pflanzlichen) sein, zumal nicht selten Nebenwirkungen, die gerade in dieser sensiblen Phase für Mutter und Kind nicht erwünscht sind, auftreten könnten.

Schwangere können den Ursachen der Verstopfung nun mit einer neuen Ernährungstherapie zu Leibe rücken – und zwar ohne Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte. Mit der Hilfe von löslichen Ballaststoffen (Quellstoffen) aus der Guar-Pflanze oder Plantago ovata Samenschalen wird die Darmflora aktiviert und die Darmschleimhaut aufgebaut.

Lösliche Ballaststoffe sind keine Abführmittel. Guarkernmehl wird aus der in Indien beheimateten Büschelbohne gewonnen, Plantago ovata Samenschalen aus einer in Indien und Pakistan wachsenden Wegerichart. Guar und Plantago ovata Samenschalen haben ihren festen Platz in der Ernährungsmedizin beispielsweise bei der Ballaststofftherapie des Diabetes mellitus. Die Quellstoffe führen zu einer Stärkung des Darms, des Abwehrsystems und damit zu einem verbesserten Wohlbefinden und guter Darmfunktion. Sie werden in Form von Pulver angeboten und können in Getränke oder in einen Becher Joghurt eingerührt werden. Lösliche Ballaststoffe dienen den gesunden Darmbakterien als Substrat und regen diese zur Vermehrung an. Die Dickdarmbakterien verarbeiten die Ballaststoffe zu den darmgesunden kurzkettigen Fettsäuren (Buttersäure, Essigsäure und Propionsäure). Diese dienen als Nährstoffe für die Darmschleimhautzellen. Sie schützen den Darm von schädlichen Umwelteinflüssen und Krankheiten. Die Dickdarmschleimhaut, die wichtige Aufgaben bei der Immunabwehr erfüllt, wird dadurch aufgebaut und sorgt für eine verbesserte Darmtätigkeit. Quellstoffe beeinflussen die Darmflora positiv, sie regulieren den Wasserhaushalt im Darm und sie lockern die Stuhlkonsistenz auf. Dadurch regen die Quellstoffe aus Guar und Plantago ovata Samenschalen die Darmtätigkeit auf völlig natürliche Weise an und stabilisieren sie langfristig bei regelmäßiger Zufuhr. Lösliche Ballaststoffe sind somit Hilfe zur Selbsthilfe - und zwar ohne Medikamente und ohne schädliche Nebenwirkungen. Für das werdende Kind sind diese löslichen Ballaststoffe unschädlich, betont Müller.

Zusätzlich sollten Schwangere auf ihre Lebensmittelauswahl achten, um der Verstopfung vorzubeugen. Hilfreich ist es, bevorzugt Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt zu verzehren und den "Gelüsten" nach süß, salzig und energiereich nicht hemmungslos zu frönen. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Litern pro Tag. Besonders gut geeignet sind verdünnte Fruchtsäfte, Gemüsesäfte und Mineralwasser. Schwangere können durchaus auch moderate sportliche Tätigkeiten ausüben, die nicht mit starkem Springen und Stößen verbunden sind (beispielsweise Gehen, Schwimmen, Radfahren), erklärt Frau Dr. Dörr abschließend.

Informationen zu diesen und anderen Ernährungsthemen sind auf der Homepage www.diet-aachen.de zu finden.

(Quelle: D.I.E.T. Aachen)

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