Aachen, den 19.02.02 - 11.00 Uhr - (DIET-SDM)
Nehmen Senioren über ihre tägliche Ernährung zu wenig Energie, Nähr- und Wirkstoffe auf, helfen Trinknahrungen aus der Apotheke vor unerwünschtem Gewichtsverlust und schützen vor Krankheiten, so heute Sven-David Müller vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen.
Ein langsamer, aber kontinuierlicher Gewichtsverlust schwächt den Körper und das Immunsystem und steigert die Morbidität und Mortalität, erläutert die Aachener Diplom Oecotrophologin Birgit
Junghans. Eingeschränkte körperliche Aktivität schmälert den Appetit und bringt Schwierigkeiten beim Einkaufen und der Zubereitung von Mahlzeiten mit sich. Soziale Einsamkeit, Medikamenteneinnahme sowie Probleme des Kauapparats sind Auslöser für ein konstantes Defizit in der Energiezufuhr.
Viele Senioren ernähren sich überwiegend von Toast, Pudding, Zwieback, Weißmehlbrötchen, Marmelade oder Gries etc. Viele Senioren entwickeln sich zu
"Pudding-Vegetariern", so Müller. Die Geschmacksknospen verringern sich im Alter, so daß Essen einen geringeren Genuß mit sich bringt. Den Geschmack "süß" nehmen Senioren besonders gut wahr. Von einem Mangel betroffen ist die Proteinversorgung, aber auch Mikronährstoffe wie Zink und Vitamine sind unzureichend in der Seniorenernährung vorhanden. Die eklatante Folge belegen einige Zahlen:
83 Prozent der älteren Menschen in Institutionen und 31 Prozent der zuhause lebenden Senioren weisen mindestens einen, aber meistens mehrere mangelhafte Ernährungsparameter auf. In Krankenhäusern leiden 30 bis 65 Prozent und in Pflegeheimen 50 Prozent der Betagten an Protein-Energie-Malnutrition.
Im Alter von 75 Jahren und mehr sind nach Angaben des statistischen Bundesamtes 3,2 Prozent extrem untergewichtig und krankhaft mangelernährt.
Das Aachener Institut fordert seit langem vehement den Einsatz von sogenannter Astronautenkost für Senioren, da diese eine ideale Nährstoffkombination, eine hohe Energiemenge in einem geringen Volumen und eine hohe Praktikabilität bietet.
Erschreckenderweise sehen selbst Angehörige von Pflegeberufen und Mediziner ein sinkendes Körpergewicht mit zunehmendem Alter als normal an, so Sven-David Müller, Sprecher des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik.
Das Verschreiben von Vitaminpräparaten liefert keine Energie, so Müller, der Anspruch an eine qualitativ hochwertige Ernährung ist höher und betrifft Energie, insbesondere Proteine. Im
fortgeschrittenen Stadium erhalten Senioren eine Sondennahrung. Die Versorgung damit ist heute auch im häuslichen Bereich durch Home-Care-Teams möglich, so daß Senioren nicht zur künstlichen Ernährung ins Krankenhaus müssen.
Das Institut informiert Betroffene, Angehörige und Pflegepersonal durch seinen kostenlosen telefonischen Beratungsdienst täglich in der Zeit von 9.00 bis 15.00 Uhr über die Möglichkeiten, einem Körpersubstanzabbau zunächst über die normale Ernährung und darüber hinaus über den Einsatz von Trink- und Sondennahrung vorzubeugen. Darüber hinaus vermittelt das Institut Home-Care-Teams.
Unter der Nummer 0241–96109566 stehen die Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler mit Informationen zur Verfügung. Die Homepage des Instituts
http://www.diet-aachen.de bietet Interessantes aus dem Bereich der Ernährungsmedizin.
(Quelle: D.I.E.T. Aachen)