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Das Ungeborene ist, was die Mutter ißt

DIET: Die Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft beeinflußt die Gehirnentwicklung und Sehfähigkeit des Kindes


Aachen, den 06.03.02 - (DIET-SDM):

Bei der Gehirnentwicklung von Ungeborenen und Kleinkindern spielen langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Long Chain Polyunsaturated Fatty Acids = LCP) eine bedeutende Rolle, erklärt heute Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen.

Die optimale Versorgung in der Schwangerschaft unterstützt die Ausbildung von Gehirnfunktion und Sehfähigkeit. Die ausreichende Zufuhr von LCP oder deren Vorstufen, die essentiellen Fettsäuren Linol- und alpha-Linolensäure, mit der Nahrung ist sowohl für die Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit als auch im Kleinkindalter wichtig. Dies läßt sich einfach durch regelmäßige Aufnahme von fettreichem Seefisch und die Verwendung von hochwertigen Pflanzenölen wie beispielsweise Leinöl oder Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke erreichen.

LCP sind Fettsäuren mit einer Kettenlänge von mindestens 20 Kohlenstoff-Atomen und mehr als 2 Doppelbindungen. Besonders hohe Konzentrationen dieser LCP befinden sich in den Zellmembranen von Gehirn und Rückenmark und in der Netzhaut des Auges.

Die besondere Bedeutung der LCP auf die Entwicklung des Gehirns und der Sehfähigkeit ist jetzt wissenschaftlich nachgewiesen, so Raschke. Bei einer ausreichenden Versorgung mit LCP zeigen Kinder bessere kognitive Fähigkeiten als bei einer LCP-armen Ernährung. Außerdem ist die Verarbeitung visueller Reize sowie die Koordinationsfähigkeit besser beziehungsweise früher ausgebildet, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Raschke aktuelle Studien.

Der Fötus kann die für seine Entwicklung benötigten LCP nur in unzureichender Menge selbst herstellen. Den größten Teil erhält er über die Plazenta aus dem Blut der Mutter. Daher wirkt sich die Ernährung der Mutter entscheidend auf die Gehirnentwicklung des Ungeborenen aus.

In der Schwangerschaft ist der mütterliche Bedarf an LCP erhöht, was zu einer Verminderung der Blutspiegel an LCP bei der Mutter führen kann. Mehrere, rasch aufeinanderfolgende Schwangerschaften können deshalb zu einer Verarmung des mütterlichen Körpers führen, besonders dann, wenn die Schwangere über die Nahrung nicht genügend dieser Fettsäuren aufnimmt, warnt Raschke. In diesem Fall ist die Versorgung des Ungeborenen mangelhaft.

Der LCP-Gehalt der Muttermilch ist normalerweise ausreichend, kann jedoch bei einer unzureichenden Versorgung der Mutter vermindert sein. Bei einer solchen ungenügenden Zufuhr der Mutter oder unausgewogenen Ernährung des Kleinkindes kann es zu Defiziten in der LCP-Versorgung kommen. Die Gehirnfunktion und die Sehfähigkeit des Kindes können sich in dem Fall nicht optimal entwickeln.

(Quelle: D.I.E.T. Aachen)

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