Oviedo (dpa) - Die britische Schriftstellerin Doris Lessing
erhält den angesehenen spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der
Sparte Literatur. Die Autorin sei «unumstritten eine der großen
Figuren der Weltliteratur» und eine «engagierte Freiheitskämpferin»,
begründete die Jury am Donnerstag in Oviedo (Nordspanien) ihre
Entscheidung.
Die 81-jährige gilt nicht nur als bedeutende Autorin der
Frauenemanzipation. Sie machte sich auch als Verfasserin von Afrika-
Büchern und Science-Fiction-Werken einen Namen. Sie wurde als
Tochter eines britischen Kolonialoffiziers in Kermanshah in Iran
geboren, wuchs im damals britischen Südrhodesien (heute Simbabwe)
auf und siedelte 1949 nach London über.
Ihr Roman-Erstling «Afrikanische Tragödie» über eine verbotene
weiß-schwarze Liebe in Südafrika wurde sogleich ein Erfolg. Der 1962
erschienene Roman «Das goldene Notizbuch» wurde zu einem Kultbuch
der Frauenbewegung, obwohl Doris Lessing sich selbst nie als
Feministin sah. Nach ihrer Abwendung vom Kommunismus lehnte sie alle
«Ismen» strikt ab.
Der Prinz-von-Asturien-Preis ist mit umgerechnet 60 000 Mark
dotiert und wird alljährlich in acht Sparten vergeben. Die
Auszeichnungen werden traditionell vom spanischen Kronprinzen Felipe
im Herbst überreicht. Vor zwei Jahren hatte Günter Grass den Preis
in der Sparte Literatur erhalten.
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