London (pte, 14. Januar 02)

Trotz der globalen Erwärmung wird es seit 35 Jahren in der Antarktis im Sommer ständig kühler, berichten Forscher der University of Illinois in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature"
http://www.nature.com. Durch die Abkühlung ist die ohnehin karge Fauna und Flora der Polarregion stark bedroht.
Besonders dramatisch verlief die Entwicklung in den eisfreien Gebieten des McMurdo-Sundes (Foto). Von 1986 bis 2000 sank hier die Bodentemperatur um 0,7 Grad pro Dekade. Als Folge davon verringert sich auch die Zahl der im Boden lebenden Fadenwürmer, der häufigsten Spezies in der Polarregion, dramatisch. Im Dry Valley, ebenfalls ein eisfreies Gebiet in der Antarktis, ging die Zahl der Kleinstlebewesen seit 1986 um zehn Prozent zurück. Auch das Pflanzenwachstum ist schwächer geworden, berichtet Peter Doran, Geologe von der University of Illinois, Chicago.
Bisher waren Klimaforscher davon ausgegangen, daß sich der antarktische Kontinent im Zuge des weltweiten Temperaturanstiegs ebenso erwärmt wie der Rest der Erde. Frühere Beobachtungen schienen diesen Trend zu bestätigen. Nach Angaben der Forscher war hierfür jedoch die uneinheitliche Verteilung der Wetterstationen verantwortlich, die zum größten Teil auf der antarktischen Halbinsel liegen. Bei einer genauen Analyse aller verfügbaren Daten werde jedoch deutlich, daß sich der Kontinent insgesamt abkühlt.
(Quelle: pte020114017 - pressetext.austria)