Glasgow (pte, 26. Februar 02/11:29)
Kaltwasser-Korallenriffe vor der Küste Großbritanniens werden von den Netzen der Tiefseefischer zerstört. Die Riffe sind nach Angaben von Wissenschaftlern aus Frankreich, Norwegen und Großbritannien älter als 4.500 Jahre und Lebensraum für viele Meereslebewesen. Forscher und Umweltorganisationen
fordern, daß Initiativen gesetzt werden müssen, um diese und andere Riffe außerhalb Europas zu schützen. Dies berichtet NewScientist in seiner aktuellen Online-Ausgabe
http://www.newscientist.com/news/news.jsp?id=ns99991970
Nach dem Rückgang der Fischbestände am europäischen Schelf sind die Fischer weiter ins Meer hinausgezogen, um dort exotische Spezies wie den portugiesischen Hai (Centroscymnus coelolepis) und den Grenadier-Fisch (Coryphaenoides rupestris) aus dem Wasser zu ziehen. Die hierfür verwendeten Schleppnetze sind nach Angaben der University of Glasgow
http://www.gla.ac.uk bis zu vier Kilometer lang und verursachen schwere Schäden in der Unterwasserwelt. In diesen Netzen, die einen Kilometer in die Tiefe reichen, fand Jason Hall-Spencer von der University of Glasgow Korallenbruchstücke bis zu einer Größe von einem Quadratmeter. Die betroffenen Riffe liegen in einer Tiefe zwischen 200 und 1.300 Metern. "Die meisten Personen verbinden mit Korallenriffen warmes, klares Wasser an tropischen Küsten. Aber auch der atlantische Boden besitzt derartige Riffe aus Kaltwasser-Korallen. Diese Tiefseekorallensysteme sind sehr brüchig, da sie nicht an die ständigen geringen Störungen durch Wellen gewöhnt sind, wie Korallenriffe im seichten Wasser", meinte Hall-Spencer. Unter den Bruchstücken entdeckte der Forscher viele verschiedene Korallenarten und Hinweise, daß Schwämme, Anemonen, Mollusken und Schalentiere in dem Riffsystem leben.
Europäische Länder fordern immer wieder, daß Korallenriffe in tropischen Regionen geschützt werden müssen, unternehmen jedoch wenig gegen die Zerstörung der eigenen Riffe, obwohl diese gleichbedeutend sind. Der WWF verlangt, daß Korallenriffe vor den Praktiken der Industriefischerei geschützt werden müssen. Das Nord-Ost-Atlantik Programm des WWF ist unter
http://www.panda.org/resources/publications/climate/coral/coral.html abrufbar. Die wissenschaftliche Studie des Teams um Hall-Spencer wurde im Rahmen der Proceedings of the Royal Society
http://www.royalsoc.ac.uk präsentiert.
(Quelle: pte020226018 - pressetext.austria)