Miami/New York (pte, 30. März 02)
Zur Wiederherstellung des natürlichen Wasserkreislaufes im südlichen Florida werden die Behörden acht Mrd. Dollar investieren. Die weiträumige Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts zwischen dem Lake Okeechobee und den Everglades
http://www.evergladesplan.org sei nach offiziellen Angaben aber noch teurer, denn Veränderungen im Wasserkreislauf führten immer wieder zu ökologischen Katastrophen, berichtet die New York Times
http://www.nytimes.com .
Das neue Megaprojekt soll genau jenen Zustand wiederherstellen, der in Südflorida herrschte, bevor Autobahnen, Felder und Siedlungen errichtet wurden, die das empfindliche Ökosystem des großen Sumpflandes völlig außer Kontrolle geraten ließen. Auch im Küstenland starben tausende Fische, Krebse und Austern, weil sich der Salzgehalt des Wassers dramatisch verändert hatte. Im Sommer, wenn es regnet, wird der Lake Okeechobee wieder der große Wasserspeicher sein – dazu wird im Untergrund ein gigantisches Wasserreservoir errichtet, das 20 mal größer ist als alle bisher konzipierten Tanks und rund 1,7 Mrd. Dollar kosten wird. Falls die Regenfälle dann so heftig sind, daß es zu Überflutungen kommt, soll das Reservoir dieses Wasser auffangen. Täglich sollen Pumpen bis zu sieben Mrd. Liter Wasser in unterirdische Schächte transportieren.
Dann soll das Wasser während der trockenen Zeit wieder in die Everglades abgelassen werden, so daß die Wasseroberfläche des Okeechobee-Sees fast das gesamte Jahr über relativ gleichmäßig bleibt. Auch soll das Austrocknen der Sümpfe während der Wintermonate damit verhindert werden. Schon heute wird das Wasser des Sees über ein 2.800 Kilometer langes Kanalsystem geleitet, das auch zur Bewässerung von Zuckerfeldern verwendet wird.
Kritiker meinen, daß das kostenintensive Projekt auch wesentlich billiger durchzuführen sei, indem einfach die ohnehin staatlich gestützten Zuckerrohrfelder wieder als Marschland umgebildet werden. Dann könne das gesamte Pumpen- und Reservoirsystem mehr oder weniger entfallen. Allerdings sind in Florida rund 16.000 Menschen in der Zuckerindustrie beschäftigt, argumentieren Politiker. Nach Angaben von Regierungsvertretern sei das Projekt aber lebensnotwendig für Florida, da der Bundesstaat unter erheblichen Wasserversorgungsengpässen leidet und zudem zu den am schnellsten wachsenden Bundesstaaten der USA zählt. Die Bevölkerung wird nach Schätzungen von heute sechs Millionen auf elf
Millionen im Jahr 2050 zunehmen.
Weitere Informationen:
http://www.sfwmd.gov
(Quelle: pte020330002 - pressetext.austria)