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Sprung aus 38.000 Meter Höhe
im Dienst der Wissenschaft

Flug zur Erforschung menschlichen Verhaltens in Extremsituationen


Barcelona (pte, 15. April 02)

Ein Forschungsteam der Universitat Autonoma de Barcelona (UAB) http://www.uab.es plant den bisher höchsten freien Fall eines Menschen. Der Sprung aus 38.000 Meter Höhe und damit nahe der Stratosphäre dient einer erstmals durchgeführten Studie über das Verhalten von Menschen in Extremsitutationen. Die Wissenschaftler wollen Erkenntnisse über die physiologische und psychologische Anpassung unter außergewöhnlichen Streßbedingungen gewinnen. Streß bedeutet in diesem Fall Verlust der Sinne sowie der Beweglichkeit und eine eingeschränkte Sicht im Zuge des freien Falls.

Derzeit bereitet sich der Fallschirmspringer Miguel Angel Garcia unter wissenschaftlicher Aufsicht der UAB und des Estaban Terradas National Institute of Aerospace Technology (INTA) auf den Sprung vor. Mittels virtueller Sprung-Simulations-Methoden werden medizinische und psychologische Bewertungen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der spanischen Luftwaffe (EADA) erfolgten erste Testsprünge aus 3.480, 3.500 und 5.350 Metern Höhe.

Der Sprung aus 38.000 Metern Höhe folgt ersten Versuchen im Jahr 1960. Der Amerikaner J.W. Kittinger von der US-Airforce sprang erfolgreich aus 32.000 Metern ab. Aufgrund fehlender Detail-Analysen reihte sich der Sprung nicht in die Rubrik wissenschaftlich wertvoll. Nach Kittinger erfolgten zwei weitere Sprünge von US-Zivilisten. Beide endeten tödlich. Spezielle Vorkehrungen betreffend Equipment und der körperlichen Anforderungen wurden nicht getroffen. Die Herausforderungen hängen mit den Umweltbedingungen in der Nähe der Stratosphäre zusammen. Diese schließen eine Verminderung des Atmosphärendrucks und des Sauerstoffgehalts, eine Temperatur von etwa minus 50 Grad Celsius und Sichtbeeinträchtigungen aufgrund des Sauerstoffmangels ein. Hinzu kommt eine außergewöhnliche Helligkeit und Strahlung. Von den Erkenntnissen sollen u.a. Personen in Berufen mit außergewöhnlicher Belastung wie z.B. Piloten, Rettungs- und Polizeipersonal profitieren. Zudem hoffen die Forscher auf eine praktische Anwendung der Ergebnisse für den Sport wie z.B. für das Training von Athleten in der Formel 1, im Skiflug und im Motorsport.

Die Forschung ist Teil des ICARO Projekts, das vom National Programme of Space Investigation in Zusammenarbeit mit der Fundacio Empres i Ciencia der UAB finanziert wurde. Für die vorangegangenen Untersuchungen zur Erforschung des menschlichen Verhalten in Extremsituationen sowie den tatsächlichen Sprung suchen die Wissenschaftler nun nach Financiers.

(Quelle: pte020415026 - pressetext.austria)

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