London (pte, 13. Mai 02)
Australische Meeresbiologen haben bei kleinen Koralleninseln nahe der Küste der indonesischen Provinz Papua die größte Anzahl an Meereslebewesen festgestellt.

Demnach leben in den Gewässern vor dem entlegenen Archipel rund 1.100 verschiedene Arten von Fischen, 600 verschiedene Spezies von Mollusken und 450 verschiedene Korallenarten. Die australischen Forscher bezeichnen die Entdeckung als wissenschaftliche Sensation, berichtet BBC-online
http://news.bbc.co.uk.
Die Diversität an verschiedenen Lebewesen bei den Raja Ampat Inseln wurde vom Wissenschaftler Gerald Allen vom Museum of Western Australia in mehreren Tauchgängen untersucht. Bei einem einzigen Tauchgang konnte der Forscher über 280 Fischarten sichten. Andere Forscher, die sich an dem Forschungsprojekt beteiligten, haben gemeint, daß in der Unterwasserwelt vor den Inseln auch viele bisher unbekannte Arten von Korallen vorkommen. In der zweieinhalbwöchigen Untersuchung der Wissenschaftler wurden insgesamt 972 Spezies an Fischen gesichtet. "Das ist eine phänomenale Zahl", so Allen. "Der Grund für die unglaubliche Vielfalt an Lebewesen liegt darin, daß die Inseln sozusagen der Treffpunkt verschiedener Meere sind. Meerstiere, die von den Gewässern Papua Neuguineas bekannt sind, sind dort ebenso zu sehen wie Arten von den Philippinen und West-Indonesien", so der Wissenschaftler. Die geographische Position schütze den Archipel auch vor dem kräftigen El-Nino, da kühleres Wasser zufließen kann.
Die Forscher warnen jedoch eindringlich vor der Zerstörung der einzigartigen Rifflandschaft. Illegale Abholzungen und illegale Fischerei könnten der Naturschönheit schnell ein Ende bereiten. Bodenersosion auf den Inseln könnte den Nährstoffeintrag erhöhen. Dann sterben die empfindlichen Korallen ab. Die Umweltorganisation Conservation International
http://www.conservation.org , die die Expedition unterstützt hat, möchte die Inseln auf die Liste der World Heritage Sights setzen. Dadurch könnte zumindest lokal die einzigartige Rifflandschaft geschützt werden.
Weitere Informationen:
http://www.icran.org
(Quelle: pte020516018 - pressetext.austria)