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Weltweite Proteste
gegen japanischen Walfang

Verurteilung des japanischen Stimmenkaufs


Wien/Tokio (pte, 22. April 02)

In vier Wochen wird das zukünftige Schicksal der Wale von der Internationalen Walfang Kommission (IWC) http://www.iwcoffice.org entschieden. Die internationale Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.org läutet den Countdown zur IWC-Tagung, die vom 20. bis 24. Mai in Shimonoseki stattfindet, mit weltweiten Protesten gegen Japans Walfang ein. Auch der österreichische Umweltminister Wilhelm Molterer erklärte kürzlich im Nationalrat, daß Österreich den japanischen Stimmenkauf bei der kommenden IWC-Konferenz in aller Klarheit zur Sprache bringen werde.

In 15 Ländern von Argentinien über Neuseeland bis Österreich haben sich Menschen an den japanischen Botschaften versammelt, um Proteste in Form von Walfleischkisten, Petitionen und Postkarten zu überbringen. In Wien zogen heute mehr als 80 Umweltaktivisten in einem Trauermarsch vom Außenministerium zur japanischen Botschaft. Unter dem Motto "Walschutz ist wichtiger als Walkonserven", luden sie symbolisch Walfleischkisten vor der Botschaft ab. "Die österreichische Regierung muß öffentlich deutlich machen, daß sie sich am Ausverkauf der Wale nicht beteiligt", so Nina Thüllen, Meeresbiologin von Greenpeace-Österreich http://www.greenpeace.at .

Die japanische Fischereiagentur FAJ hat eine Reihe von Staaten mit Entwicklungshilfegeldern gekauft. "Sollte es die FAJ schaffen, eine Stimmenmehrheit in der IWC zu erzielen, ist diese in der Lage, den Weg für die Abschaffung des Walfangmoratoriums zu ebnen", so Thüllen. Japan könne dafür sorgen, daß der industrielle Walfang wieder zugelassen wird. Das Walschutzgebiet im Indischen Ozean kann abgeschafft werden, der Handel mit Walprodukten wieder aufgenommen werden. Auch Länder wie Norwegen oder Rußland könnten sich entschließen, den industriellen Walfang wieder aufzunehmen, befürchten die Umweltschützer.

Als Teil ihrer Propaganda-Arbeit für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs führt die FAJ eine intensive Kampagne mit unhaltbaren Behauptungen wie der Tatsache, daß es zu viele Wale gebe, die zuviel Fisch essen. "Ursache der gegenwärtigen Fischereikrise ist die Überfischung durch den Menschen, nicht der Hunger der Wale", so Thüllen. An diesem Wochenende ist die japanische Walfangflotte offiziell in ihren Heimathafen Shimonoseki zurückgekehrt, nachdem sie 440 im antarktischen Walschutzgebiet erlegte Minkewale abgeladen hat. Die Wale, die im Namen der Wissenschaft gejagt werden, landen als Delikatessen in Gourmetrestaurants und Supermarktregalen. Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Untersuchungen über die Gefährlichkeit des Genusses von Walfleisch: dieses ist ein Giftcocktail aus verschiedensten Schwermetallen und anderen Umweltgiften.

(Quelle: pte020422019 - pressetext.austria)

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