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Weltweit erstes Gesetz
gegen Lichtverschmutzung in Kraft

Mehr Sterne über Prag und Brünn


Prag 04. Jun 2002

Mehr Sterne über Prag und Brünn. In der Tschechischen Republik gilt seit dem 1. Juni das weltweit erste Gesetz gegen zuviel künstliches Licht in der Nacht.

Lichtverschmutzung nennen es die Freunde des dunklen Nachthimmels: Strahler, die Gebäudefassaden beleuchten, Straßenlampen und die Laser-Beamer der Diskotheken. Vor allem Astronomen verzweifeln am vielen Licht, das ihnen den Blick in den Nachthimmel erschwert.

In Deutschlands südöstlichem Nachbarland allerdings darf seit dem 1. Juni nicht mehr einfach so Licht gemacht werden. Alle Lampen und Scheinwerfer außerhalb geschlossener Räume müssen in der Tschechischen Republik ab jetzt so konstruiert sein, daß sie ihr Licht nur gezielt dorthin abgeben, wo es auch hin soll: auf die Straße, an die Haus-Fassade, aber nicht einfach so gen Himmel. Spezielle Lichtschirme an Straßenlampen etwa sollen das gewährleisten. Auch Autofahrern könnte das neue Gesetz helfen. Sie empfinden zuviel Streulicht auf den Straßen oft als störend. Und Lampen sollen auf diese Art und Weise zudem energieeffizienter werden.

Städtische Sternwarten sind für Astronomen inzwischen für die Forschung im Bereich des sichtbaren Lichts praktisch nutzlos geworden: Zu viel Streulicht treibt die Forscher in menschen- und kunstlichtarme Gegenden, die einen tieferen Blick in den Weltraum erlauben.

David Crawford von der «International Dark Sky Association» hofft, daß das tschechische Beispiel auch international Schule machen wird. «Wir wollen anderen Regierungen dabei helfen, ähnliche Gesetzte zu verabschieden», sagte er dem Online-Magazin der Wissenschaftszeitschrift «Nature».

Weitere Informationen:
http://www.darksky.org/ida/index.html

(Quelle: NZ Netzeitung)

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