La Jolla/USA (pte, 28. Februar 02/18:23)

Forscher des Salk Institute for Biological Studies
http://www.salk.edu haben den Nachweis erbracht, daß auch im vollentwickelten Gehirn neue
Hirnzellen wachsen und reifen können. Die neu gebildeten Hirnzellen wandeln sich in
funktionsfähige Neuronen, ein Nachweis, der durch eine neue Markierungstechnik gelungen ist. Die
Wissenschaftler gehen davon aus, daß die neu entstehenden Nervenzellen die Aufgabe haben,
abgestorbene Hirnzellen zu ersetzen. Sie könnten aber auch neue funktionelle Einheiten einbauen
und so das Gedächtnis verbessern. Diesen Spekulationen will das Team um Fred Gage in weiteren
Versuchen nachgehen.
Für den Nachweis entwickelten die Forscher eine neue Technik, die ihnen erlaubte, lebende
Gehirnzellen bei der Reifung zu beobachten. Sie nutzten manipulierten Retroviren, von denen bekannt ist, daß sie ein optisch nachweisbares Gen ausschließlich in jene Zellen einschleusen, die
sich teilen. Den Retrovirus kombinierte das Gage-Team mit einem leuchtenden Marker namens
"grünes Fluoreszenz-Protein" (GFP). Anschließend injizierten sie den Retrovirus in hoher
Konzentration in den Hippokampus der Labortiere. Die Methode erlaubt es, die Funktion der neu gebildeten Nervenzellen unter dem Fluoreszenzmikroskop in grüner Farbe sichtbar zu machen, ohne das sie dabei wie bisher abgetötet wurden.
Nach vier Wochen untersuchten die Forscher den Gehirnabschnitt und entdeckten, daß die neuen Nervenzellen das grüne Protein aufnahmen und sich zu reifen, funktionsfähigen Neuronen mit langen Axonen und Dendriten entwickelten. Tests zeigten, daß die Neuronen elektrische Signale
weiterleiteten und die Dendriten Signale aus der Umwelt aufnahmen. Die Neuronen nahmen nach vier Wochen die Form und Größe reifer Zellen an. "Der Zeitraum von vier Wochen spiegelt die Dynamik dieser Zellen und des zentralen Nervensystems wider", resümierte Gage.
(Quelle: pte020228053 - pressetext.austria)