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Erdbeben-Gefahr durch
Staudämme

Ostafrikanischer Grabenbruch
ist besonders gefährdet


Nairobi/Kapstadt (pte, 11. Mai 02)

Ein südafrikanischer Geologe hat beim Africa High Mountain´s Summit der UNEP http://www.bghrc.com in Nairobi vor einer wachsenden Gefahr durch Staudämme gewarnt. In geologisch empfindlichen Regionen könnten diese zu Erdbeben führen. In Afrika gibt es nach Ansichten des Forschers mehrere Gegenden, die davon betroffen sind, berichtet BBC-online.

Nach Ansicht des Geologen Chris Hartnady von der geologischen Abteilung der Universität von Kapstadt sind Teile des Kontinents Afrikas tektonisch nicht gefestigt, sondern äußerst fragil. Nach seiner Ansicht werden noch in diesem Jahrhundert die Kosten aus seismischen und vulkanischen Schäden dramatisch ansteigen. "Berggebiete sind attraktive Standorte für Wasserkraftwerke und hohe Staudämme. Gerade in Süd- und Ostafrika sind diese Gebiete sehr gefährlich, da sie an Grabenbrüchen und Rifts der Erdkruste liegen", so Hartnady. Bill McGuire, Direktor des Benfield Research Centre in London, http://www.bghrc.com warnt ebenso vor gefährlichen Gegenden und sieht den Drei-Schluchten-Damm in China als besonders problematisches Projekt. "Keine Frage, wenn das Reservoir tief genug ist, kann es zu Erdbeben und Erdrutschen führen", so McGuire.

1963 ist es durch einen gewaltigen Erdrutsch hinter dem Katse-Staumdamm in den Dolomiten zu einer furchtbaren Katastrophe gekommen, die die ganze Ortschaft Longarone weggespült und mehr als 2.500 Menschenleben gekostet hat ( http://www.kingston.ac.uk/~ce_s011/landslid/vaiont.htm ). Ähnliche, aber bisher glimpflich verlaufende Beispiele gebe es nach Ansicht von Hartnady einige. "Im späten Oktober des Jahres 1995 wurde das Reservoir hinter dem Katse-Staumdamm in Lesotho gefüllt. Bereits nach wenigen Tagen wurden von der Bevölkerung Erdstöße bemerkt. Am 3. Januar 1996 gab es schließlich ein starkes Beben, das auf der Richter-Skala mit 3,1 angegeben wurde", so der Forscher. Dämme müßten in diesem Jahrhundert mit mehr Sensibilität gebaut werden. Nicht nur die Dritte Welt ist durch solche Projekte gefährdet. Auch der Drift in der St.-Andreas-Falte in Kalifornien ist sehr gefährlich: zwischen 30 und 50 Millimeter Bewegung sind im Vergleich zu den fünf bis zehn Millimeter Bewegungen im ostafrikanischen Grabenbruch sehr viel. Hartnady argumentiert aber, daß das seismologische Monitoring in Afrika erst seit rund 40 Jahren betrieben werde.

Der Forscher warnt davor, daß es bereits bald zu einer größeren Katastrophe kommen könne, daher sei es notwendig, die technischen Möglichkeiten der Geodäsie wie GPS, Satellite-Laser-Ranging und Interferometrie vollständig auszunützen. Diese Methoden können nach Ansicht des Wissenschaftlers die Plattenverschiebungen genauestens bestimmen. Konkret gehe es um die Grenzzone zwischen der nubischen und somalischen Platte.

Weitere Informationen:
http://www.unep.org/Documents/Default.asp?ArticleID=3047&DocumentID=248

(Quelle: pressetext.austria - pte020511001)

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