Wien (pte, 1. März 02/13:05)
Umweltorganisationen protestieren erneut gegen japanische Waljäger: Neben der Jagd
auf Minke-, Pott- und Brydewale werden erstmals auch wieder Seiwale zu "wissenschaftlichen Zwecken" gejagt werden.
Das berichtet Greenpeace Deutschland
http://www.greenpeace.de und beruft sich auf Angaben der japanischen
Fischereibehörde FAJ. Besonders bedauerlich dabei ist die Tatsache, daß diese Tiere auf der IUCN-Liste
(International Union for the Conservation of Nature) der bedrohten Arten stehen.
http://www.iucn.org
"Japanische Harpunen machen nicht einmal mehr halt vor Tieren, die auf der roten Liste stehen. Dabei auch noch
vorzuschieben, es ginge um wissenschaftliche Zwecke ist purer Hohn", so Nina Thüllen, Meeresbiologin bei
Greenpeace-Österreich
http://www.greenpeace.at zu pte. Die japanische Regierung hatte versucht, ihren Plan bis kurz
vor Beginn der zweiten Jagdsaison im Juni diesen Jahres geheim zu halten. "Mit den Seiwalen auch bedrohte Arten
einem wirtschaftlichen Vorteil zu opfern, ist der Gipfel der Rücksichtslosigkeit", so die Wissenschaftlerin. Die
Begründung der Japaner sei an Absurdität nicht zu überbieten: Seiwale sollen ebenso wie andere Walarten gejagt
werden, um nachzuweisen, daß sie für den massiven Rückgang der weltweiten Fischbestände verantwortlich sind. "Die
japanische Fischereibehörde beklagt sich, daß Wale zu große Mengen Fisch fressen würden, so daß den Fischern
immer weniger in ihre Netze gingen", so Thüllen.
Der wahre Grund für die Jagd auf Seiwale sei nichts anderes als ihr hoher Fleischanteil, auf den die Japaner für
ihr Sashimi aus sind. Japan hat bis 1976 die Seiwale fast ausgerottet. Danach wurde die Jagd auf die Tiere von der
Internationalen Walfang Kommission verboten. "Seit langem ist bekannt, daß Seiwale sich hauptsächlich von Krill
und anderen Krustentieren ernähren. Das scheint die japanischen Walfänger bei ihrer Rechnung allerdings wenig zu
interessieren", so Thüllen. Seiwale sind die zweitgrößte Walart, direkt nach den Blauwalen. Sie können bis zu 18
Meter lang werden und 32 Tonnen wiegen.
Mehrere Umweltorganisationen fordern Japan auf, diesen neuen Plan umgehend zu revidieren. Kritisiert wird dabei
auch, daß der Fischereibehörde jedes Mittel recht ist, um ihre Walfanginteressen umzusetzen. Japan will erreichen,
daß im Mai das Walfangverbot gekippt wird. Vom 20. bis 24. Mai 2002 findet in der japanischen Hafenstadt
Shimonoseki das 54. Jahrestreffen der Internationalen Walfang Kommission IWC statt.
Weitere Informationen:
http://www.youcandoit.at/whales/index.htm
(Quelle: pte020301032 - pressetext.austria)